In den Alpen hat es in diesem Herbst in Hochlagen bereits geschneit. In mittleren Lagen dürfte es nach Einschätzung von Meteorologen hingegen noch einige Wochen dauern, bis die ersten Flocken fallen. Für Autofahrer und Pendler in den Alpenregionen bedeutet das: Wer in höheren Tallagen unterwegs ist, sollte sich schon jetzt auf winterliche Straßenverhältnisse einstellen.
Der Wetterumschwung in den Alpen folgt einem bekannten Muster: Je höher die Lage, desto früher fällt der erste Schnee. Pro 100 Höhenmeter sinkt die Temperatur im Schnitt um gut ein halbes Grad, wodurch sich die Schneefallgrenze schrittweise in Richtung Tal verschiebt.
Wo es in den Alpen schon geschneit hat
In der Nacht zum Freitag, 9. Oktober 2026, fiel oberhalb von etwa 1.800 Metern der erste Schnee der Saison. Gleichzeitig fielen an den Alpen meist 30 bis 40 Liter Regen pro Quadratmeter, örtlich rund 50 Liter, begleitet von Windböen um 55 Stundenkilometer im Binnenland und bis zu 80 Stundenkilometer an Küsten und auf freien Gipfeln. Am Wochenende danach waren auf dem Brocken sogar Böen von mehr als 110 Stundenkilometern möglich.
Nur wenige Tage zuvor hatte Deutschland noch Höchsttemperaturen von bis zu 25,8 Grad erlebt, im Flächenmittel lag der Wert am 7. Oktober 2026 bei 22,3 Grad. Danach brach die Temperatur binnen weniger Tage um rund zehn Grad ein.
Wann trifft der Schneefall mittlere Lagen und Pendler?
Auf der Zugspitze und in den Alpen fällt der erste Schnee üblicherweise schon im September oder Anfang Oktober, in Hochlagen der Mittelgebirge über 1.000 Metern typischerweise Mitte bis Ende Oktober. Für mittlere Lagen zwischen 500 und 800 Metern rechnen Fachleute hingegen erst Anfang bis Mitte November mit den ersten Flocken.
Meteorologe Hanns Ulrich Kümmerle gibt für Lagen bis 800 Meter in Baden-Württemberg den 29. Oktober bis dahin vergehen 51 Tage.
Wie unterschiedlich die Chancen auf Schnee je nach Höhenlage und Zeitraum ausfallen, zeigt ein Blick auf die Werte für diesen Herbst:
In Hochlagen der Mittelgebirge liegt die Wahrscheinlichkeit für Schneefall bis Ende Oktober bei etwa 60 bis 70 %.
In mittleren Lagen beträgt sie bis Ende Oktober rund 30 %.
Im Flachland liegt die Chance auf Schnee im Oktober nur bei etwa einem von zehn Tagen.
Bis Ende November steigt sie im Flachland auf rund 60 bis 70 %.
Worauf Autofahrer sich jetzt einstellen sollten
Für Fahrten in höhere Alpenlagen bedeutet der Temperatursturz bereits jetzt Glättegefahr, besonders nachts, wenn verbreitet Frost auftritt. Wer regelmäßig Pässe oder Bergstraßen oberhalb von 1.000 Metern befährt, sollte Winterreifen und Eiskratzer frühzeitig griffbereit haben, auch wenn im Tal noch kein Schnee liegt.
In tieferen Lagen bleibt laut einer Auswertung von daswetter.com noch Zeit: Der erste Schnee kommt dort im Schnitt später als früher, da Deutschland heute rund 2,5 Grad wärmer ist als Ende des 19. Jahrhunderts.
Auch die gesamte Schneedecke verschiebt sich dadurch merklich: Im Flachland zählt man heute spürbar weniger Tage mit Schnee als noch in den 1960er- und 1970er-Jahren, und die weiße Decke taut früher ab als damals üblich. Vielerorts setzt der erste Schneefall in Städten mittlerweile etwa zwei Wochen später ein als in vergangenen Jahrzehnten.
Wer seine Fahrten in den kommenden Wochen plant, achtet am besten genau auf die jeweilige Höhenlage: Oberhalb von 1.000 Metern kann bereits jetzt Winterwetter herrschen, zwischen 500 und 800 Metern erst ab den ersten Novembertagen, während es im Flachland typischerweise nicht vor Mitte bis Ende November schneit.
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