In mehreren österreichischen Bundesländern sind Halloween-Süßigkeiten mit Metallteilen aufgetaucht, in Deutschland wurden bereits mindestens zwei Kinder durch versteckte Nadeln verletzt. Das österreichische Bundeskriminalamt hat deshalb eine eigene Ermittlungsgruppe gegründet und steht mit Europol sowie deutschen Behörden in Kontakt.
Wer am Wochenende noch Süßigkeiten aus der Halloween-Runde im Schrank hat, sollte sie vor dem Verzehr genau ansehen: aufgeschnittene Verpackungen, kleine Löcher in der Folie oder ein unerwartetes Knistern beim Zusammendrücken können Hinweise auf eine Manipulation sein.
Wo in Deutschland bereits Kinder verletzt wurden
In Unterfranken entdeckten Eltern in zwei Fällen Nadeln in Schokoriegeln, in einem weiteren Fall steckte ein scharfkantiges Metallteil in einem Fruchtgummi. In Pilsting fanden sich eine Nadel sowie ein drahtähnlicher Gegenstand in Süßigkeiten. Nach Angaben der bayerischen Polizei wurde bei keinem dieser Fälle jemand verletzt.
Anders in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen: Ein Kind aus Neustadt-Glewe zog sich durch eine versteckte Nadel in einer Süßigkeit leichte Verletzungen im Mundbereich zu, ein neunjähriges Mädchen in Niedersachsen verletzte sich an der Zunge, nachdem es in einen manipulierten Schokoriegel gebissen hatte.
Der Polizei in Rostock wurden zudem drei weitere Vorfälle aus dem Kreis Nordwestmecklenburg gemeldet, konkret aus Gadebusch, Carlow und Schönberg, wo jeweils mit Nadeln präparierte Süßigkeiten auftauchten.
Fälle von manipulierten Süßigkeiten wurden inzwischen in fast allen deutschen Bundesländern gemeldet. Betroffen waren bislang Schokoriegel, Kaubonbons, Weingummi und Waffelschnitten – also genau jene Produkte, die beim Trick-or-Treat typischerweise verteilt werden.
Österreichisches Bundeskriminalamt gründet eigene Ermittlungsgruppe
Auch in mehreren österreichischen Bundesländern sind mit Metallteilen versehene Halloween-Süßigkeiten aufgetaucht. In einem Fall wurde dabei ein Mädchen leicht verletzt. Das österreichische Bundeskriminalamt hat daraufhin eine Ermittlungsgruppe gegründet und steht nach eigenen Angaben sowohl mit deutschen als auch mit weiteren internationalen Behörden in Kontakt, darunter Europol.
Damit zieht sich die Spur mittlerweile über mehrere Länder Mitteleuropas.
Ermittlungschef Tatzgern vermutet Vernetzung im Internet
Eine koordinierte Aktion über Ländergrenzen hinweg würde erklären, warum die Fälle zeitgleich in Deutschland, Österreich und Ungarn auftauchen, ohne dass bislang eine zentrale Tätergruppe bekannt ist.
Eine genaue Zahl der Vorfälle insgesamt sowie Angaben dazu, welche österreichischen Bundesländer konkret betroffen sind, liegen bislang nicht vor. Die Ermittlungen laufen in mehreren Regionen parallel, eine abschließende Bilanz gibt es noch nicht.
Was Eltern jetzt tun können
Eltern sollten gesammelte Süßigkeiten vor dem Verzehr durchsehen, beschädigte oder bereits geöffnete Verpackungen nicht mehr verwenden und verdächtige Funde der örtlichen Polizei melden, statt sie wegzuwerfen.
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