Ab dem 1. Januar 2027 dürfen in Brandenburg an der Havel keine Gelben Säcke mehr an die Straße gestellt werden, auch im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein endet an diesem Tag die Sackabfuhr. Im Landkreis Regensburg stellen die Wertstoffhöfe ab Januar 2027 die Annahme von Leichtverpackungen ein. Betroffen sind damit Haushalte in gleich mehreren deutschen Regionen.
Die Kommunen begründen den Schritt damit, dass Säcke bei Wind, Regen oder durch Tiere beschädigt werden, während Tonnen als robuster gelten und die Entsorgung vereinfachen sollen. Die Stadt Brandenburg an der Havel nennt ausdrücklich die Anfälligkeit von Plastiksäcken für Nagetiere als Grund für die Umstellung.
Wo ändert sich das Sammelsystem zuerst?
Neben Brandenburg an der Havel, Steinburg und Regensburg führen auch München, der Landkreis Vorpommern-Greifswald und St. Ingbert die Gelbe Tonne flächendeckend ein oder rollen die Umstellung bereits aus. In vielen dieser Regionen werden die Tonnen automatisch und ohne Kostenbeteiligung an die Haushalte verteilt.
Brandenburg an der Havel: Gelber Sack wird verboten.
Kreis Steinburg: Sackabfuhr endet.
Landkreis Regensburg: Wertstoffhöfe nehmen keine Leichtverpackungen mehr an.
München: Wertstoffinseln werden ersetzt; Vorpommern-Greifswald und St. Ingbert: Gelbe Tonne wird eingeführt oder ausgerollt.
Im Landkreis Regensburg bekommt jede Tonne einen Chip und eine Registriernummer und wird in einem elektronischen Standortregister einem Grundstück zugeordnet. Die Tonne bleibt damit auch bei einem Verkauf beim Grundstück, nicht beim Eigentümer.
Was darf in die neue Tonne – und was nicht?
Am Inhalt selbst ändert sich durch die Umstellung nichts: Erlaubt bleiben in der Gelben Tonne nur Verpackungen aus Kunststoff, Metall, Holz und Verbundstoffen. Lebensmittelreste, Papier und Elektrogeräte haben darin nichts verloren.
Wer falsch sortiert, riskiert mehr als einen strengen Blick der Nachbarn. Werden Tonnen mit deutlichen Störstoffen befüllt, bleiben sie stehen und werden mit einem Aufkleber markiert. Erfolgt nach Aufforderung keine Nachsortierung, kann eine kostenpflichtige Sonderleerung als Restmüll folgen – die einzige Stelle, an der die sonst kostenlose Mülltrennung für Haushalte teuer werden kann.
Bereitstellung und Leerung der Gelben Tonne bleiben für Wohngrundstücke in der Regel kostenfrei, finanziert über die dualen Systeme, die ihr Geld aus Lizenzentgelten der Verpackungshersteller beziehen. Zusätzliche kommunale Müllgebühren entstehen durch die Umstellung üblicherweise nicht.
Was müssen Haushalte jetzt tun?
Nicht überall bekommt jeder Haushalt im Landkreis Regensburg einen eigenen Behälter: Vielerorts stehen stattdessen gemeinschaftlich genutzte Tonnen bereit, deren Größe sich nach dem üblichen Verpackungsaufkommen richtet. Die Leerung erfolgt dort alle vier Wochen, die Tonne muss bis 6 Uhr am Abfuhrtag am Straßenrand stehen.
Wann genau abgeholt wird und wie die Umstellung vor Ort abläuft, erfahren Anwohner über die Abfall-App ihrer Kommune, das örtliche Amtsblatt oder die Webseite des zuständigen Entsorgers. Wer Mieter oder Vermieter ist, sollte diese Ankündigungen für den eigenen Wohnort im Blick behalten, da sich Fristen und Abholrhythmen je nach Region unterscheiden.
Für Gewerbebetriebe, die verpackte Ware erstmals in Deutschland in Verkehr bringen, kommt eine zusätzliche Pflicht hinzu: Sie müssen sich im Verpackungsregister LUCID registrieren. Die Registrierung selbst ist kostenlos, muss aber eigenständig vom Unternehmen vorgenommen werden.
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