Der Oktober 2026 war in Österreich im Schnitt 1,1 Grad wärmer als im langjährigen Mittel und fiel gleichzeitig um 39% zu trocken aus. Seit Jänner summiert sich das Niederschlagsdefizit österreichweit auf ein Drittel.
Für Verbraucher hat die Trockenheit in Österreich bislang keine direkten Folgen bei Preisen oder Vorschriften: Weder ein Wasserversorger noch eine Behörde haben neue Regeln, Gebühren oder Einschränkungen angekündigt. Die Zahlen zeigen vor allem, wie ungewöhnlich das Wettermuster der vergangenen Monate war.
Wie warm und trocken war der Oktober wirklich?
Am 1. Oktober meldeten 47 von 273 Wetterstationen mindestens 25 Grad, die höchste Temperatur des Monats erreichte Wieselburg in Niederösterreich mit 27,8 Grad.
Ab der Monatsmitte kühlte es spürbar ab: Am Morgen des 23. Oktober meldeten 165 von 275 Stationen Frost, in mehreren Landeshauptstädten gab es laut Ubimet die ersten Frostnächte des Herbstes. Den Tiefstwert des Monats verzeichnete Liebenau im Mühlviertel mit minus 8,0 Grad. Gleichzeitig lag die Sonnenscheindauer um 18% über dem langjährigen Mittel.
Wo traf die Trockenheit in Österreich am härtesten?
Regional fiel der Regenmangel sehr unterschiedlich aus. In Wien fehlten über den gesamten Monat 62% des üblichen Niederschlags, in Kärnten und Osttirol waren es 49% bei gleichzeitig 0,9 Grad Übertemperatur. Einzelne Orte stachen besonders hervor:
In Wien-Unterlaa fielen im gesamten Oktober nur 9 Liter Niederschlag pro Quadratmeter.
Wiener Neustadt und Retz verzeichneten ähnlich geringe Mengen wie Wien-Unterlaa.
In Alberschwende im Bregenzerwald fielen am 8. Oktober allein 54 Liter pro Quadratmeter.
Ein Italientief brachte am 21. Oktober in Kötschach-Mauthen 81 Liter pro Quadratmeter, im Durchschnitt des betroffenen Gebiets waren es 27 Liter.
Welche Rekorde stellte der Monat auf?
Auf der Wiener Hohen Warte fielen von Jänner bis Oktober insgesamt 345 Liter pro Quadratmeter – das niedrigste Messergebnis seit Beginn der Aufzeichnungen 1856. Der bisherige Tiefstwert stammte aus dem Jahr 1932 mit 348 Litern.
Österreichweit war es das größte Niederschlagsdefizit für den Zeitraum Jänner bis Oktober seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen: Neun der zehn Monate dieses Zeitraums fielen zu trocken aus. Der Oktober 2026 war damit bereits der neunte Monat des Jahres, der über dem langjährigen Temperaturmittel lag.
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