Martini fällt heuer auf Mittwoch, den 11. November. Der Preis fürs Martinigansl liegt in Wiener Lokalen meist zwischen 30 und 43 Euro pro Viertel, in manchen Menüs deutlich darüber. Trotzdem sind in vielen Lokalen die ersten Tische schon jetzt reserviert.
Preise variieren stark
Wer an der unteren Alten Donau ein Viertel Gansl mit Beilagen bestellt, zahlt 38,90 Euro, das komplette Ganslmenü kostet dort 56 Euro. Günstiger kommt weg, wer ins traditionelle Beisl am Heumarkt geht: Dort gibt es Gansl ab 9. Oktober bis 21. November bereits für 36,80 Euro.
Am oberen Ende der Preisspanne liegt das Stuwer mit einem dreigängigen Ganslmenü für 57,50 Euro, das vegane Pendant kostet 39,50 Euro und ist bis 30. Dezember erhältlich. Der Grinzinger Heurige setzt heuer ausschließlich auf österreichische Weidegänse aus Oberösterreich und verlangt dafür 42,90 Euro mit Beilagen.
Rechenbeispiel
Für eine vierköpfige Familie macht der Unterschied schnell mehrere Dutzend Euro aus: Beim Beisl am Heumarkt kostet das Festmahl mit 36,80 Euro pro Person insgesamt 147,20 Euro. Beim dreigängigen Menü im Stuwer sind es mit 57,50 Euro pro Person schon 230 Euro – ein Unterschied von 82,80 Euro für dieselbe Personenzahl.
Reservierung ist Pflicht
In praktisch allen Lokalen gilt: Ohne Reservierung gibt es kein Gansl, weil die Vögel meist nur auf Vorbestellung bereitstehen. Der Grinzinger Heurige verlangt sogar etwa drei Tage vor dem Reservierungstermin eine verbindliche Rückmeldung, wie viele Ganslportionen tatsächlich gebraucht werden.
Die Saison selbst zieht sich über Wochen: Der Rudi serviert sein Viertelgansl bereits seit 3. Oktober und bis kurz vor Weihnachten, das Wirtshaus am Radetzkyplatz dagegen nur vom 6. bis 22. November. Wer kurzfristig an Feiertagen plant, sollte also genau auf den Zeitraum des jeweiligen Lokals achten.
Alternative vom Fleischer
Wer das Gansl lieber zu Hause auf den Tisch bringt, muss nicht selbst Hand anlegen. Die Fleischerei Kollecker bietet zu Martini fertig gebratene Gänse an, die eine Woche vorher bestellt werden müssen. Dafür kommen niederösterreichische Gänse zum Einsatz, gewürzt mit Majoran und Salz und ergänzt um Äpfel und Maroni, wahlweise auch mit einer Fülle aus Semmel und Maroni.
Daneben führt Kollecker auch Bio-Gänse aus der Wachau, konkret vom Bauernhof Neuhauser in Emmersdorf, teilweise natur, gewürzt oder mit Semmelfülle. Beim zugehörigen Bio-Verkauf Der Freiländer werden Gänsekeulen stets zusammen mit Gänsebrust angeboten, weil die Keulen deutlich stärker nachgefragt sind als die Brust.
Brauch mit langer Geschichte
Für Landwirte markierte der 11. November traditionell den Stichtag, an dem die Pacht beglichen werden musste – häufig wurde dafür mit Gänsen bezahlt. Der Legende zufolge versteckte sich der heilige Martin im Gänsestall, um seiner bevorstehenden Ernennung zum Bischof zu entgehen, wurde dort aber vom Schnattern der Tiere verraten.
Bei Kontrollen Anfang November zog die Polizei in Salzburg mehrere Fahrzeuge aus dem Verkehr – von überhöhtem Tempo bis zu einem gestohlen gemeldeten Kennzeichen.
Wer mehr als 7.379,34 Euro an Vermögen besitzt, bekommt in Österreich keine Mindestsicherung – ein Auto zählt dabei wie jeder andere Vermögenswert mit.