Kärntens Winterdienst startet in diesen Tagen in die neue Saison, die von November 2026 bis März 2027 läuft. Für die Sicherheit auf den Landesstraßen stehen ab sofort 423 Einsatzkräfte in 17 Straßenmeistereien sowie vier Bauhöfen in ständiger Bereitschaft, um Fahrbahnen von Schnee und Eis zu befreien.
Wer in den kommenden Monaten früh am Morgen durch Kärnten fährt, bekommt die Arbeit meist gar nicht mit – geräumte Fahrbahnen und gestreute Kurven sind das sichtbare Ergebnis eines Betriebs, der im Hintergrund längst läuft, bevor der erste Schnee fällt.
Die Straßenmeistereien im Einsatz
Die Straßenmeistereien betreuen das gesamte Landesstraßennetz in Kärnten. Pro Saison entstehen dafür Kosten zwischen zehn und zwölf Millionen Euro, abhängig davon, wie viel Schnee tatsächlich fällt. Die Zahl schwankt also je nach Winter – ein milder Jänner kostet das Land deutlich weniger als ein Februar mit Dauerfrost.
2,8 Millionen Euro fließen in sechs neue Lastwagen sowie einen Unimog
Die Anschaffung kostete 2,8 Millionen Euro – umgerechnet rund 400.000 Euro pro Fahrzeug.
Damit wächst ein Fuhrpark, der schon jetzt beachtlich ist: Insgesamt stehen in Kärnten 72 Lastkraftwagen, 43 Unimogs sowie 32 Fräsen und Schneeschleudern samt Spezialgeräten bereit. Fällt irgendwo der Strom aus, sollen Notstromsysteme an den Straßenmeistereien dafür sorgen, dass der Betrieb trotzdem weiterläuft.
Sole aus eigener Produktion soll die Kosten drücken
Ein Teil der Einsparungen liegt in der Produktion der Auftausalz-Sole: Sie wird zu 100 % in den eigenen Straßenbauämtern hergestellt, statt sie zuzukaufen. Landesweit stehen dafür 48 Soletanks mit einer Gesamtkapazität von über 1,2 Millionen Litern bereit.
Für das Streusalz selbst gibt es 51 Salzsilos mit einem Fassungsvermögen von zusammen mehr als 13.442 Tonnen. In Hermagor entsteht gerade ein neues Silo, das laut Straßenbaureferat rund 460.000 Euro kosten soll.
Ein digitales Einsatzsystem soll Fahrten besser planbar machen
Für die Einsatzplanung setzt das Straßenbaureferat auf ein digitales System, das zunächst in Greifenburg getestet wurde. Es läuft inzwischen auch in St. Veit, Villach und Völkermarkt und soll demnächst auf das Rosental, Eisenkappel, Feistritz an der Drau und Winklern ausgeweitet werden.
Für Autofahrer am konkretesten spürbar sind die 53 Webcams, die kritische Passagen und Passstraßen im Land überwachen. Wer vor einer Fahrt über einen Kärntner Pass einen Blick auf die aktuellen Bilder wirft, sieht schon vorab, ob Schneeketten oder ein Umweg sinnvoll sind – und spart sich damit im Zweifel eine unangenehme Überraschung am Berg.
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