Die Inflationsrate in Österreich lag im Oktober laut vorläufiger Berechnung bei 3,6 % und damit genau auf dem Niveau des Vormonats. Hinter dieser stabilen Zahl verbirgt sich aber ein kräftiger Anstieg bei den Energiepreisen: Sie lagen im Oktober um 16,5 % über dem Vorjahreswert, nach 15,1 % im September. Das allgemeine Preisniveau stieg von September zu Oktober um 0,3 %.
Wer im November die Stromabrechnung öffnet oder an der Zapfsäule tankt, merkt diesen Unterschied direkt im Geldbeutel. Während andere Ausgabenposten sich kaum bewegt haben, zieht ausgerechnet Energie weiter an – und das, obwohl seit Oktober eine neue Regelung eigentlich dämpfend wirken sollte.
Energiepreise steigen stärker als jede andere Kategorie
Von allen Ausgabenbereichen, die Statistik Austria erhebt, bleibt Energie im Oktober mit Abstand der stärkste Preistreiber. Der Sprung von 15,1 % im September auf 16,5 % im Oktober bedeutet einen Zuwachs von 1,4 Prozentpunkten innerhalb eines einzigen Monats. Dienstleistungen kosteten im Oktober dagegen 4,1 % mehr als im Vorjahr, nach 4,2 % im September – hier bewegte sich die Teuerung also kaum.
Lebensmittel und Industriegüter zeigen ein gemischtes Bild
Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak lagen im Oktober exakt auf dem Preisniveau des Vorjahres, nachdem sie im September noch um 0,8 % teurer gewesen waren. Industriegüter dagegen verteuerten sich im Oktober um 0,9 % gegenüber dem Vorjahr. Die Kerninflation, die Energie sowie Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak ausklammert, lag im Oktober bei 2,9 % – also unter der Gesamtinflation von 3,6 %.
Energiepreise: plus 16,5 % im Oktober gegenüber dem Vorjahr.
Dienstleistungen: plus 4,1 % im Oktober gegenüber dem Vorjahr.
Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak: unverändert gegenüber dem Vorjahr.
Industriegüter: plus 0,9 % im Oktober gegenüber dem Vorjahr.
Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel: 2,9 % im Oktober.
Die Spritpreisbremse soll gegensteuern
Seit 1. Oktober 2026 gilt in Österreich eine erweiterte Spritpreisbremse, die den Preisanstieg bei Treibstoffen dämpfen soll. Die Oktoberzahlen zeigen allerdings, dass Energie insgesamt trotzdem stärker zulegte als im Vormonat. Ob die Bremse bei Diesel und Benzin isoliert betrachtet bereits wirkt, lässt sich aus der Gesamtkategorie Energie allein nicht ablesen, da darin auch Strom und Gas enthalten sind.
Wann die endgültigen Zahlen kommen
Die Werte für Oktober beruhen auf einer vorläufigen Berechnung. Die Statistik Austria veröffentlicht die endgültigen Inflationszahlen für Oktober am 18. November 2026. Bis dahin bleibt die aktuelle Schnellschätzung die Grundlage für Haushalte, die ihre Energiekosten für die kommenden Monate kalkulieren.
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