Grund sind das Ende einer staatlichen Entlastung und strengere Klimavorgaben für Kraftstoffanbieter.
Wer am Monatsende an der Kassa steht und die Zapfsäule im Blick hat, dürfte den Unterschied schnell merken. Schon jetzt schwanken die Preise regional spürbar, und viele Fahrer dürften versuchen, vor dem Jahreswechsel noch günstig vollzutanken.
Warum der Tankrabatt-Stopp die Rechnung verteuert
Die Bundesregierung hatte im September 2026 einen Tankrabatt eingeführt, der zum 31. Dezember 2026 ausläuft.
Das Auslaufen des Tankrabatts erhöht die Steuerlast auf Kraftstoff.
Die steigende Treibhausgasminderungsquote verursacht zusätzliche Kosten für Anbieter.
Frachtkosten für Kraftstoff von Amsterdam nach Köln sind von 15 auf 110 Euro pro Tonne gestiegen.
Ukraine-Krieg, der Konflikt an der Straße von Hormus und Niedrigwasser auf dem Rhein halten den Markt unter Dauerdruck.
Zusammengerechnet ergeben Steuer- und Klimakosten bis zu 27 Cent des von Müller erwarteten Anstiegs.
Was eine Tankfüllung ab Januar 2027 kostet
Bei einem aktuellen Preis von rund zwei Euro pro Liter kostet eine Tankfüllung mit 50 Litern heute etwa 100 Euro. Steigt der Literpreis wie von Müller erwartet auf 2,40 Euro, zahlen Autofahrer für dieselbe Menge 120 Euro – also 20 Euro mehr pro Tankfüllung.
Wo Diesel und Benzin schon jetzt teurer sind
Die Einkaufskosten der Tankstellen unterscheiden sich laut Müller regional erheblich. In Köln kostet Diesel bereits 6 Cent pro Liter mehr als in günstigeren Gegenden, Benzin sogar 15 Cent mehr. Ein Grund ist die Abhängigkeit vom Rhein als Transportweg: Weil der Fluss als Lieferroute wichtig ist, schlagen gestiegene Frachtkosten dort besonders durch.
Der Großteil des Preises entfällt auf Steuern, Einkauf und Logistik, nicht auf die Marge an der Zapfsäule.
Was die Bundesregierung plant – und warum Müller dagegen ist
Als Reaktion auf den erwarteten Preisschub prüft die Bundesregierung einen staatlich verordneten Spritpreisdeckel. Er befürchtet, dass ein zu niedrig angesetzter Deckel Importeure und Raffinerien dazu bringen könnte, ihren Kraftstoff lieber ins Ausland zu verkaufen, statt ihn in Deutschland anzubieten.
Er betont, Tankstellen hätten von der Steuersenkung ohnehin kaum profitiert, da zunächst noch höher versteuerter Sprit aus den Lagerbeständen verkauft werden musste.
Schon beim Start des Tankrabatts im September 2026 war es teilweise zu Hamsterkäufen gekommen; zum Jahreswechsel könnten nach seiner Einschätzung erneut leergetankte Stationen drohen. Wer die Mehrkosten vermeiden will, hat damit nur noch wenige Wochen Zeit, den Tank vor dem Stichtag zu füllen.
Während die Inflation in Österreich im Oktober unverändert bleibt, verteuert sich Energie binnen eines Monats um weitere 1,4 Prozentpunkte – ein Blick auf die Zahlen zeigt, wer davon am meisten spürt.