Zum Jahreswechsel droht Autofahrern eine spürbare Spritpreis-Erhöhung. Der Bundesverband freie Tankstellen rechnet mit einer deutlichen Verteuerung pro Liter Benzin und Diesel, sobald der aktuelle Tankrabatt Ende 2026 ausläuft.
Wer Anfang Januar 2027 an die Zapfsäule fährt, zahlt demnach spürbar mehr als noch im Dezember 2026.
Drei Preistreiber
Der Tankrabatt wurde Anfang Oktober 2026 eingeführt und senkte die Energiesteuer auf Kraftstoffe um 14 Cent je Liter, inklusive Umsatzsteuer um rund 17 Cent. Läuft die Entlastung Ende 2026 aus, fällt laut Müller genau dieser Betrag wieder weg.
Hinzu kommt die steigende Treibhausgas-Minderungsquote, die Kraftstoffanbieter zwingt, den CO₂-Ausstoß ihrer Produkte schrittweise zu senken. Die Kosten dafür geben die Unternehmen über den Kraftstoffpreis weiter, nach Müllers Rechnung zusätzliche 7 bis 10 Cent pro Liter. Dazu kommen laut Müller übliche Preisschwankungen an Tankstellen von bis zu 10 Cent, die sich am Jahreswechsel erfahrungsgemäß häufen.
Rechenbeispiel
Für einen Mittelklassewagen mit einem 50-Liter-Tank bedeutet eine Erhöhung um 40 Cent pro Liter einen Mehrpreis von 20 Euro je Tankfüllung. Selbst am unteren Ende der Spanne von 35 Cent sind es noch 17,50 Euro mehr pro vollem Tank, verglichen mit dem Preis während des Tankrabatts.
Vorwurf an die Branche entkräftet
Müller weist Analysen zurück, wonach Mineralölunternehmen die niedrigere Energiesteuer nur teilweise an die Kundschaft weitergegeben hätten. Tankstellenbetreiber selbst hätten vom Rabatt kaum profitiert, da sie ihre Bestände zum Start der Regelung noch zu den höheren, alten Steuersätzen eingekauft hatten.
Sowohl bei der Einführung als auch beim absehbaren Ende des Tankrabatts kam es laut Müller zu Hamsterkäufen: Kunden füllten Kraftstoff teils sogar in Flaschen ab, um sich die günstigeren Preise zu sichern.
Streit um den Preisdeckel
Angesichts der drohenden Preisspanne bereitet die schwarz-rote Koalition zum 1. Januar 2027 eine staatliche Obergrenze für Kraftstoffpreise vor; als Vorbild dienen Belgien und Luxemburg, wo der Staat Höchstpreise festlegt.
Müller bezeichnet den geplanten Deckel als populistisch. Der ADAC warnt unabhängig davon vor überhöhten Erwartungen an die Wirkung eines solchen Preisdeckels.
Weil der Tankrabatt Ende Dezember 2026 ausläuft und eine Klimaquote zusätzlich steigt, könnte eine Tankfüllung mit 50 Litern ab Januar 2027 bis zu 20 Euro mehr kosten.
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