Die Suizidzahlen in Deutschland sind 2025 auf den höchsten Stand seit 1998 gestiegen: Nach Angaben der Todesursachenstatistik starben 11.334 Menschen durch Suizid, das sind 962 mehr als im Vorjahr und ein Anstieg um 9,27 %. Besonders auffällig fällt die Entwicklung bei Frauen aus, bei denen die Zahlen seit Jahren überdurchschnittlich steigen.
Höchststand seit 1998
Diese Sterbefälle verteilten sich auf 7.846 Männer und 3.488 Frauen. Seit dem Jahr 2020 ist die Gesamtzahl der Suizide um 23 % gestiegen. Bei Männern betrug der Zuwachs in diesem Zeitraum 13 %, bei Frauen dagegen 54 %, also mehr als das Vierfache.
Anstieg bei Frauen
Ein großer Teil des Anstiegs bei Frauen geht auf eine einzige Todesursache zurück: Selbstvergiftung mit Arzneimitteln. Die Zahl dieser Todesfälle bei Frauen stieg von 1.073 im Jahr 2024 auf 1.593 im Jahr 2025. Nach Einschätzung des Nationalen Suizidpräventionsprogramms für Deutschland (NaSPro) und der Deutschen Akademie für Suizidprävention (DASP) entfällt nahezu der gesamte Zuwachs der Suizide bei Frauen auf genau diese Todesursache.
Rolle der Sterbehilfe
Gleichzeitig nimmt auch die Zahl der begleiteten Suizide zu: Drei Organisationen für Suizidhilfe zählten für das Jahr 2025 zusammen 1.287 Fälle, im Jahr davor waren es noch 977 gewesen. Solche Organisationen dürfen hierzulande aktiv sein, seit das Bundesverfassungsgericht im Februar 2020 das Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung gekippt hat.
Assistierte Suizide werden in der bundesweiten Todesursachenstatistik allerdings nicht gesondert ausgewiesen, wie NaSPro und DASP mitteilen. Die beiden Organisationen gehen davon aus, dass die zunehmende Suizidassistenz zum Anstieg bei Frauen beitragen könnte, halten den genauen Umfang dieses Effekts aber für ungeklärt.
Blick nach Bayern
Regionale Zahlen aus Bayern stützen diese Vermutung zumindest teilweise: Dort waren zwischen 2020 und 2024 nahezu zwei Drittel der durch assistierten Suizid Verstorbenen Frauen.
Auch in der Ärzteschaft deutet sich ein Umdenken an: Im Jahr 2024 berichteten 27,8 % der befragten Mediziner, schon einmal um Sterbehilfe gebeten worden zu sein, während dieser Wert 2013 erst bei 20,7 % gelegen hatte. Für 2025 werden mehr als 100.000 Suizidversuche geschätzt, und über 68.000 Menschen verloren einen nahestehenden Menschen durch Suizid.
Angesichts dieser Zahlen verlangen NaSPro und DASP, dass die Politik deutlich mehr Geld in die Suizidprävention steckt, und dringen zudem auf eine einheitliche, unabhängige bundesweite Erfassung assistierter Suizide.
Wer sich in einer Krise befindet oder sich Sorgen um einen nahestehenden Menschen macht, kann sich jederzeit kostenlos und anonym an die Telefonseelsorge wenden.
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