Elektronik wird vor Weihnachten 2026 spürbar teurer: Grafikkarten kosteten im September fast doppelt so viel wie im Vorjahresmonat. Auch Desktop-PCs, Laptops, Tablets und Smartphones legten im Preis deutlich zu.
Wer jetzt einen neuen Laptop fürs Kind oder eine Konsole als Geschenk kauft, zahlt also mehr als noch vor einem Jahr, oft ohne dass sich am Gerät selbst etwas geändert hat. Der Grund liegt nicht im Handel, sondern mehrere Stufen weiter vorn in der Lieferkette.
Warum werden Laptop, Handy und PC gerade teurer?
Der weltweite Speichermarkt war nach dem Nachfrageschub der Corona-Jahre in eine langwierige Phase mit zu großem Angebot gerutscht. Branchenriesen wie Samsung, SK Hynix und Micron reduzierten daraufhin ihre Produktion drastisch, legten Fertigungslinien still und froren Investitionen in neue Fabriken ein.
Inzwischen hat sich das Blatt gewendet: Weil weltweit immer mehr Rechenzentren für Künstliche Intelligenz entstehen, ist der Bedarf an Speicherbauteilen sprunghaft nach oben geschnellt. Die Reaktivierung einer stillgelegten Halbleiterproduktion dauert aber viele Monate bis Jahre, sodass das Angebot der gestiegenen Nachfrage nicht folgen kann.
Zudem lenken die Hersteller ihre begrenzten Produktionskapazitäten bevorzugt in margenstarke Spezialchips für KI-Server, etwa High Bandwidth Memory. Für klassische Standard-Speicher in Laptops, PCs und Smartphones entsteht dadurch ein massives Defizit, das MediaMarktSaturn mit anhaltenden Lieferengpässen bei Halbleitern und Speicherkomponenten erklärt.
Grafikkarten kosteten im September fast doppelt so viel wie im Vorjahresmonat, wie Marktdaten des Marktforschers NIQ zeigen.
Desktop-PCs verteuerten sich um 41 % gegenüber September des Vorjahres.
Laptops und Tablets zeigten zweistellige prozentuale Preiszuwächse.
Smartphones verzeichneten einen deutlichen, wenn auch geringeren Preisanstieg.
Wie groß ist der Preisunterschied wirklich?
Der Unterschied zeigt die Wucht des Preisschubs: Grafikkarten haben sich binnen eines Jahres praktisch verdoppelt. Desktop-PCs liegen deutlich darunter, aber immer noch weit über jeder üblichen Jahresteuerung bei Elektronik. Laptops, Tablets und Smartphones bewegen sich dazwischen, mit zweistelligen Zuwächsen, die laut MediaMarktSaturn aus steigenden Einkaufspreisen für die Hersteller selbst resultieren.
Was bedeutet das fürs Weihnachtsgeschäft?
MediaMarktSaturn gibt die gestiegenen Kosten zunehmend an Verbraucher weiter und schließt weitere Preisanpassungen nicht aus, um die eigenen Margen stabil zu halten. Der Digitalverband Bitkom warnt, dass der KI-Boom enorme Fertigungskapazitäten bindet und dem IT-Markt dadurch verlässliche Kalkulationsgrundlagen fehlen.
Der Handelsverband Deutschland erwartet deshalb, dass die Mehrheit der Non-Food-Händler im Weihnachtsgeschäft 2026 schlechtere Zahlen schreibt als im Vorjahr. Laut Handelsverband kalkulieren viele Verbraucher wegen der allgemeinen Inflation preissensibler und überlegen bei teureren Anschaffungen in Elektronik und IT genauer, ob sie wirklich nötig sind.
Wie lange bleibt die Lage angespannt?
Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht: Die Reaktivierung einer heruntergefahrenen Halbleiterproduktion braucht erfahrungsgemäß viele Monate bis Jahre, und die Fertigungskapazitäten der Chiphersteller bleiben wegen des KI-Booms vorerst gebunden. Wer eine größere Elektronikanschaffung plant, sollte deshalb eher mit stabilen bis weiter steigenden Preisen rechnen als mit einer baldigen Entlastung.
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Oberhalb eines Freibetrags von 1.038,05 Euro netto werden 40 % des eigenen Einkommens von der Witwenrente abgezogen. Bei entsprechend hohem Verdienst bleibt am Ende nichts übrig.