In Österreich sind 2025 nur noch 34.217 Neubauwohnungen fertiggestellt worden, was einen historischen Tiefstand markiert. Diese Entwicklung trifft vor allem Mieter und Wohnungssuchende, die sich infolgedessen auf ein noch geringeres Angebot und weiter anziehende Preise einstellen müssen.
Wer derzeit eine Wohnung sucht, kennt die Realität auf dem Markt: Besichtigungstermine, bei denen sich lange Warteschlangen bilden, und Inserate, die bereits nach wenigen Stunden wieder deaktiviert werden. Je weniger Wohnraum neu entsteht, desto massiver verengt sich dieses Segment. Genau diese Dynamik wird durch die aktuellen statistischen Erhebungen zur Bauwirtschaft verdeutlicht.
34.217 Neubauwohnungen sind der niedrigste Wert seit 2011
Die Zahl der neu errichteten Wohnungen sank 2025 im Vergleich zum vorangegangenen Jahr um deutliche 20 %. Damit unterschreitet der aktuelle Tiefstand sogar den bisherigen Rekordtiefstwert aus dem Jahr 2011, als 36.578 Neubauten entstanden, um weitere 2.361 Einheiten. Rechnet man sämtliche An-, Auf- und Umbauten mit ein, verzeichnete Österreich 2025 insgesamt 48.597 fertiggestellte Wohneinheiten, was einem Rückgang von 12,3 % gegenüber 2024 entspricht.
Regional zeigt sich auf dem Immobilienmarkt ein deutliches Gefälle. Die Bundeshauptstadt Wien liegt bei den Fertigstellungen inklusive aller An-, Auf- und Umbauten mit signifikantem Abstand an der Spitze:
Wien kommt auf 11.081 fertige Wohnungen.
Oberösterreich folgt mit 9.102 Wohnungen.
Niederösterreich verzeichnet 7.753 Wohnungen.
Kärnten kommt auf 2.458 Wohnungen.
Das Burgenland bildet mit 1.971 Wohnungen das Schlusslicht.
Weniger Baubewilligungen bedeuten noch weniger Nachschub
Noch dünner wird die zukünftige Versorgung dadurch, dass auch die Anzahl der offiziellen Baubewilligungen im Jahr 2025 im Vorjahresvergleich um 7,1 % zurückgegangen ist. Wer in der Gegenwart keine Genehmigung erhält, wird in den kommenden Jahren keine Bauprojekte realisieren können. Die fertiggestellten Objekte selbst sind im Durchschnitt eher kompakt zugeschnitten: Auf Bundesebene verfügen sie über durchschnittlich 5,2 Wohnräume, wobei 44,1 % der Wohnungen drei bis fünf Zimmer aufweisen und lediglich 4 % auf Einraumwohnungen entfallen.
Auch Deutschland rutscht auf ein 15-Jahres-Tief
Ein analoges Bild offenbart sich in Deutschland, wenngleich auf einem fundamental anderen absoluten Zahlenniveau. Das Ifo-Institut prognostiziert für das Jahr 2026 die Fertigstellung von lediglich noch 185.000 Wohnungen, was den niedrigsten Wert seit rund 15 Jahren darstellt. Bereits im Jahr 2025 wurden mit 206.600 Einheiten gut 18,0 % weniger Wohnungen fertiggestellt als noch 2024, als die Zahl bei 252.000 Objekten lag.
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung beziffert den realen jährlichen Neubaubedarf in Deutschland bis zum Jahr 2030 auf rund 320.000 Wohnungen. Aus der Gegenüberstellung mit den tatsächlichen Fertigstellungsraten ergibt sich eine rechnerische jährliche Unterversorgung von annähernd 125.000 Wohneinheiten.
In der Spanne von Januar bis August 2026 wurden in Deutschland zwar wieder 169.400 Baugenehmigungen registriert – ein Zuwachs von 12,1 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wovon 137.500 auf reine Neubauwohngebäude entfielen. Dennoch waren Ende 2025 insgesamt 760.700 bereits genehmigte Wohnungen baulich noch nicht fertiggestellt, und lediglich 307.200 davon befanden sich real im Bau.
Gleichzeitig erloschen im Jahr 2025 rund 35.700 Genehmigungen vollkommen ungenutzt, was den höchsten Wert seit 2002 markiert, da zahlreiche Bauherren ihre Vorhaben aus Kostengründen komplett aufgaben. Die durchschnittliche Bauzeit für Wohngebäude ist dort bis zum Jahr 2025 auf einen Zeitraum von 27 Monaten angestiegen.
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