In Niederösterreich waren Ende Oktober 2026 deutlich mehr ältere Arbeitnehmer ab 50 Jahren arbeitslos gemeldet als im Vorjahr. Besonders betroffen sind Frauen dieser Altersgruppe: Ihre Arbeitslosigkeit wuchs stärker als jene gleichaltriger Männer.
Insgesamt waren beim AMS Niederösterreich 46.507 Menschen arbeitslos vorgemerkt, ein Plus von 6,4 % gegenüber dem Vorjahreswert. Damit stieg die Arbeitslosigkeit in Niederösterreich stärker als im österreichweiten Schnitt, der bei 1,3 % lag.
Warum trifft es ältere Frauen besonders hart?
Ende Oktober waren in Niederösterreich 17.090 ältere Arbeitnehmer ab 50 Jahren arbeitslos gemeldet, ein Anstieg von 8,4 % gegenüber dem Vorjahr. Davon waren 7.562 Frauen; ihre Arbeitslosigkeit wuchs um 11,8 %, deutlich stärker als bei gleichaltrigen Männern. Der Zuwachs bei den Älteren lag damit klar über dem allgemeinen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Niederösterreich.
Was macht Berufserfahrung für Betriebe wertvoll?
In der Erlebnisgärtnerei Schiltern zählt die Belegschaft rund 30 Beschäftigte, die älter als 50 Jahre sind. Geschäftsführer Reinhard Kittenberger bezeichnet die Berufserfahrung dieser Beschäftigten als unersetzlich. Karmen Frena, Vizechefin des AMS Niederösterreich, sieht in älteren Beschäftigten einen Stabilitätsfaktor für Betriebe: Sie geben ihr Wissen an jüngere Kolleginnen und Kollegen weiter.
Die WIFO-Forscherin Julia Bock-Schappelwein weist darauf hin, dass sich die Arbeitswelt durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz verändert. Damit gewinnt der Zugang zu Weiterbildung für ältere Beschäftigte an Bedeutung. Laut Bock-Schappelwein braucht es dafür mehrere Bausteine gleichzeitig.
Zugang zu Weiterbildung, damit ältere Beschäftigte mit neuen Technologien Schritt halten können.
Altersgerechte Arbeitsbedingungen, die körperliche Belastung berücksichtigen.
Flexible Arbeitszeitmodelle für unterschiedliche Lebensphasen.
Betriebliche Gesundheitsförderung, um Beschäftigte länger im Job zu halten.
Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt für Ältere langfristig?
Nach Einschätzung des AMS wird die Anzahl der Personen im erwerbsfähigen Alter in Niederösterreich auf lange Sicht sinken. Das könnte die Nachfrage nach älteren Arbeitskräften mittelfristig erhöhen.
Aktuell zeigt sich allerdings ein anderes Bild bei der Langzeitarbeitslosigkeit: 8.016 Personen waren zuletzt seit mindestens einem Jahr beim AMS Niederösterreich vorgemerkt, ein Anstieg von 27,1 % gegenüber dem Vorjahr. Nach Angaben von Sandra Kern vom AMS haben 48 % der Langzeitarbeitslosen gesundheitliche Probleme.
Immerhin kamen heuer laut Kern 2.354 Personen, die zuvor ein Jahr lang vom AMS betreut wurden, wieder in Beschäftigung. 533 von ihnen hatten gesundheitliche Vermittlungseinschränkungen.
Beim AMS Niederösterreich waren Ende Oktober 11.875 offene Stellen gemeldet, 5,4 % weniger als im Vorjahr. Bei den Lehrstellen zeigt sich die gegenläufige Entwicklung: 1.102 Lehrstellen waren offen, ein Plus von 4,4 % gegenüber dem Vorjahr. Wer als älterer Arbeitnehmer eine Stelle sucht, findet damit ein engeres, aber nicht verschlossenes Stellenangebot vor.
Der Deutsche Wetterdienst meldet für Schleswig-Holstein Sichtweiten unter 150 Metern, während erste Modelle einen möglichen Kälteeinbruch um den 10. November zeigen.
Grund sind die Großhandelspreise, die binnen neun Monaten von 32 auf 96 Euro je Megawattstunde gestiegen sind, wie Verivox-Chef Daniel Puschmann erläutert.