Das Klimaticket wird zum 1. Jänner 2027 um zwei Prozent teurer und kostet dann 1.428 Euro im Jahr. Betroffen sind alle Besitzer der österreichweit gültigen Variante. Die entsprechende Novelle des Klimaticketgesetzes hat die Begutachtungsfrist bereits durchlaufen.
Wer im Dezember an der Fahrkartenausgabe steht und sein Klimaticket verlängert, zahlt damit zum letzten Mal den Preis von 2026. Ab Jänner wandert jeder Erwachsene mit Jahreskarte automatisch in die neue, höhere Preisstufe.
Warum wird das Klimaticket gerade jetzt teurer?
Die Erhöhung reiht sich in eine Serie von Preisschritten ein, die seit der Einführung im Oktober 2021 zu beobachten ist. Damals lag der Jahrespreis bei 1.095 Euro, und die Politik hielt diesen Betrag bis 2025 stabil. Erst danach zog der Preis in zwei Schritten kräftig an, von 1.179,30 Euro auf schließlich 1.400 Euro, ein Plus von fast 19 % innerhalb eines halben Jahres.
Für 2027 fällt die Erhöhung deutlich moderater aus. Das Institut für Höhere Studien (IHS) rechnet für 2026 mit einer Jahresinflation von 3,1 %, die Regierung hält den Klimaticket-Preis damit bewusst unter der Teuerungsrate.
Wie teuer ist das Ticket im Vergleich zum Start wirklich?
Ein Rechenbeispiel zeigt die Entwicklung: Wer 2021 noch 1.095 Euro im Jahr zahlte, legt ab 2027 mit 1.428 Euro um 333 Euro mehr auf den Tisch. Das sind in absoluten Zahlen rund 30 % mehr als beim Start. Weil in der Zwischenzeit aber auch die allgemeinen Preise gestiegen sind, bleibt real ein kleinerer Unterschied übrig: Dadurch kostet das Klimaticket 2027 real um rund 3,5 % mehr als bei seiner Einführung 2021.
Die Ticketpreise decken die tatsächlichen Kosten des Angebots dabei ohnehin nicht annähernd ab. Den Rest schießt der Bund aus dem Bundesbudget zu, die Erhöhung federt diesen Zuschuss nur teilweise ab.
Wen hat die Teuerung härter getroffen, und wer fällt jetzt ganz weg?
Besonders deutlich zu spüren bekamen den Preissprung junge Erwachsene. Die Marktdurchdringung in der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen lag dadurch höher als in jeder anderen Altersgruppe.
Der Rechnungshof stellte allerdings fest, dass das temporäre Gratisticket für 18-Jährige nach Ablauf der Jahre 2024 und 2025 plangemäß endete. Damit muss genau jene Gruppe, die am stärksten zugelegt hatte, wieder den regulären Preis zahlen.
Im ersten Jahr 2021/2022 wurden 175.000 Tickets verkauft, obwohl die Modellierung nur von 124.000 Nutzern ausgegangen war.
2022 lag die Nachfrage um 57 % über den Erwartungen.
2023 zählte das System 243.000 aktive Nutzer.
Aktuell nutzen rund 330.000 Menschen das Klimaticket.
Beim AMS Niederösterreich meldeten sich Ende Oktober deutlich mehr ältere Arbeitnehmer arbeitslos als im Vorjahr, Frauen über 50 traf es noch stärker als Männer derselben Altersgruppe.
Ab Jänner 2027 kostet jedes Paket in Österreich 2,40 Euro mehr, doch Fachleute bezweifeln, dass chinesische Plattformen die Abgabe überhaupt korrekt abführen.