Wer am Dienstagabend in Kärnten unterwegs war, hat es vermutlich gehört: ein lautes Knallen, das manchen wie ein Erdbeben vorkam. Hintergrund ist ein Überschalltraining der österreichischen Luftstreitkräfte, das noch bis zum 13. November 2026 läuft.
Lauter Knall am Dienstag
Mehrere Leser meldeten die lauten Geräusche am Himmel. Eine Leserin beschrieb die Erschütterung gegenüber 5 Minuten als vergleichbar mit einem Erdbeben oder einem Bombengeräusch. Solche Meldungen dürften sich in den kommenden Tagen wiederholen, da das Training noch andauert.
So entsteht der Knall
Überschallgeschwindigkeit beginnt bei etwa 1.200 Kilometern pro Stunde. Nähert sich ein Jet dieser Grenze, bilden sich Stoßwellen am Flugzeug, die am Boden als Knall wahrgenommen werden. Wie laut das klingt, hängt von Flughöhe, Geländestruktur und Wetterlage ab. Um die Belastung für Anwohner zu senken, fliegen die Eurofighter in großer Höhe.
Wer trainiert und warum
Es handelt sich um das zweite Überschalltraining der österreichischen Luftstreitkräfte im Jahr 2026. Eurofighter-Piloten des Bundesheeres fliegen dabei an 11 Tagen zwischen 8 und 19 Uhr, mit bis zu drei Überschallflügen pro Tag.
Geübt wird das Zusammenspiel zwischen Militärpiloten, Radarleitoffizieren sowie militärischer und ziviler Flugsicherung.
Solche Manöver jenseits der Schallgrenze lassen sich im Flugsimulator nicht realitätsnah abbilden, weil die körperliche Belastung im echten Flug eine andere ist. Laut Tanner ist die Wahrung der Lufthoheit für einen souveränen Staat zentral und verlangt kontinuierliches Training auch im Überschallbereich. Nach ihren Angaben kommen Eurofighter-Einsätze rund 50-mal pro Jahr vor.
Welche Regionen betroffen sind
Die Trainingsflüge erstrecken sich über nahezu das gesamte Bundesgebiet. Ausgenommen sind Tirol, Vorarlberg und dicht besiedelte Ballungsräume rund um Wien. Welche Gebiete genau zum Einsatz kommen, legt das Bundesheer gemeinsam mit der zivilen Flugsicherung fest.
Analysen von handyhase.de zeigen, dass die tatsächliche Ersparnis gegenüber dem Vormonat oft nur 5 bis 10 Prozent beträgt, obwohl Händler mit 50 Prozent und mehr werben.