Ein europaweites Netzwerk soll über Scheinfirmen und gefälschte Lieferpapiere Mehrwertsteuer auf den Handel mit Luxusautos hinterzogen haben. In Österreich beläuft sich der geschätzte Steuerschaden laut Finanzministerium auf mehr als 10 Millionen Euro.
Wer heute einen Gebrauchtwagen bei einem seriösen Händler kauft, zahlt am Ende auch für Lücken im System mit: Steuerausfälle in dieser Höhe fehlen in öffentlichen Kassen, aus denen Straßen, Schulen oder Sozialleistungen finanziert werden.
Razzia in zwei Ländern
Die Aktion fand laut Finanzministerium Anfang November 2026 statt und umfasste europaweit mehr als 100 Einsatzorte. In Österreich waren 84 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Finanzverwaltung im Einsatz, zwölf Hausdurchsuchungen gab es in Tirol und Vorarlberg.
In Österreich nahmen Behörden drei Verdächtige direkt vor Ort fest, zwei weitere österreichische Staatsbürger griffen sich deutsche Ermittler auf deutschem Boden. Sichergestellt wurden laut Finanzministerium Geschäftsunterlagen, elektronische Datenträger, hochwertige Vermögensgegenstände und Liegenschaften.
So soll der Betrug funktioniert haben
Der österreichische Teil der Ermittlungen drehte sich um Fahrzeuglieferungen im Wert von etwa 80 Millionen Euro. Laut Finanzministerium basierte das mutmaßliche System auf einem Netzwerk aus Unternehmen und zwischengeschalteten Gesellschaften, die Fahrzeuge mehrfach weiterverkauften.
Eingesetzt worden sein sollen sogenannte Missing-Trader-Gesellschaften und Briefkastenfirmen, die Lieferwege verschleiern. Fingierte Transport- und Liefernachweise sollen zudem dazu gedient haben, tatsächliche Warenbewegungen und Abnehmer zu verbergen.
Ein Milliardenproblem für die EU
Das Finanzministerium ordnet den Fall als klassischen Karussellbetrug ein, eine Form des Mehrwertsteuerbetrugs, bei der Kriminelle Lücken im Steuersystem des EU-Binnenmarkts gezielt ausnutzen. Die EU geht laut Finanzministerium davon aus, dass solcher Betrug europaweit Steuerausfälle von mindestens 50 Milliarden Euro pro Jahr verursacht.
Damit solche Fälle künftig früher auffallen, verständigten sich die EU-Finanzminister bereits im Mai 2026 darauf, den Informationsaustausch zwischen der Europäischen Staatsanwaltschaft und dem Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung auszubauen.
Marterbauer fordert mehr Druck
Finanzminister Markus Marterbauer betont, dass internationale Zusammenarbeit bei der Betrugsbekämpfung eine immer größere Rolle spiele. Er unterstreicht laut Finanzministerium die Notwendigkeit, auf politischer Ebene Druck auszuüben und Verbesserungsvorschläge zu liefern, um Steuerbetrug und Steuervermeidung einzudämmen.
Ab 13. November 2026 zeigt das DB Museum Nürnberg, wie Bahnhöfe zu Orten von Deportation und Zwangsarbeit wurden – die Eröffnung am Vorabend ist öffentlich, aber anmeldepflichtig.
Seit September 2026 gilt der Rechtsanspruch auf eine Vertrauensperson bei der Begutachtung nicht mehr nur beim Pflegegeld, sondern auch bei Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitsprüfungen der Pensionsversicherung.
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