In Tirols Industrie ist die Beschäftigung seit dem Höchststand 2015 deutlich gesunken, obwohl die Branche so stark wächst wie in keinem anderen Bundesland. Im Mai 2026 zählte die Branche noch rund 38.314 Beschäftigte. Der schleichende Personalabbau in Tirols Industrie trifft dabei auf eine ausgeprägte Investitionsflaute in den Betrieben.
Wer in einem Tiroler Industriebetrieb arbeitet, merkt davon im Alltag zunächst wenig: Die Auftragsbücher vieler Firmen sind voll, manche Hallen laufen auf Hochtouren. Doch wer genauer hinschaut, sieht einen Widerspruch – die Produktion wächst, aber die Zahl der Arbeitsplätze nicht mit. Genau das sorgt in vielen Betriebsräten derzeit für Unruhe.
4.200 Jobs weniger seit dem Höchststand 2015
Zwischen 2022 und 2025 ist die Industrieproduktion in Tirol um 10,1 % gewachsen, während sie in ganz Österreich im selben Zeitraum um 16,7 % geschrumpft ist. 2025 wuchs die heimische Industrieproduktion insgesamt nur noch leicht, Tirols Anteil daran erreichte mit 7,5 % den höchsten Wert seit 2014.
Besonders die Pharmabranche legte 2025 um 34,9 % zu, die Herstellung elektrischer Ausrüstungen um fast ein Fünftel und der Tiefbau um 14,4 %. Die Glas- und Keramikindustrie dagegen lag nominell nur 0,8 % über dem Niveau von 2015.
Trotz dieses Wachstums ist die Beschäftigtenzahl seit dem Höchststand 2015 um 4.200 Personen gesunken. Rechnet man die aktuellen 38.314 Beschäftigten und die 4.200 verlorenen Stellen zusammen, waren vor gut zehn Jahren rund 42.500 Menschen in der Tiroler Industrie angestellt. Das heißt: Jeder zehnte Industriearbeitsplatz von damals ist inzwischen weg, obwohl die Produktion in derselben Zeit kräftig zugelegt hat.
Nur 4 % der Betriebe wollen 2026 noch investieren
Noch deutlicher wird der Widerspruch bei den Investitionsplänen. Im Sommer 2026 wollten lediglich 4 % der Industriebetriebe in Tirol ihre Investitionen ausweiten – der niedrigste Wert seit Beginn dieser Erhebung im Jahr 2010. In der Tiroler Gesamtwirtschaft planen dagegen mit 13,1 % deutlich mehr Betriebe, mehr Geld in die Hand zu nehmen.
Diese Lücke ist ungewöhnlich groß und gilt in der Branche als Warnsignal: Wenn Betriebe kaum investieren, fehlt es langfristig an neuen Maschinen, neuen Anlagen und damit oft auch an neuen Stellen. Wer heute in der Industrie arbeitet, bekommt diesen Rückstand nicht sofort zu spüren – aber er entscheidet mit darüber, wie viele Jobs in ein paar Jahren noch da sind.
Wirtschaftskammer macht Energiekosten für die Flaute verantwortlich
Dabei stammen nach Angaben der Wirtschaftskammer bereits rund 90 % des in Tirol verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Quellen – trotzdem gelten die Energiekosten für viele Betriebe als zu hoch, um international mithalten zu können.
Die Wirtschaftskammer Tirol, Sparte Industrie, fordert deshalb kurzfristig eine verlässliche Strompreiskompensation oder einen eigenen, wettbewerbsfähigen Industriestrompreis. Mittelfristig soll die Eigenerzeugung von Strom in Tirol zügig ausgebaut werden. Zusätzlich verlangt die Kammer steuerliche Anreize für Investitionen, die bereits ab 2027 greifen sollen.
Was das für Beschäftigte in der Tiroler Industrie bedeuten könnte
Für Beschäftigte heißt das vor allem: Die kommenden Monate entscheiden mit, ob der Stellenabbau der vergangenen Jahre sich fortsetzt oder ob die angekündigten Maßnahmen bei Strompreisen und Investitionsförderung greifen. Solange die Investitionsquote auf einem historischen Tiefstand verharrt, bleibt der Druck auf Arbeitsplätze in der Branche hoch – selbst wenn einzelne Sparten wie Pharma oder elektrische Ausrüstungen weiterwachsen.
Wer in einem Industriebetrieb beschäftigt ist, tut gut daran, die Entwicklung bei Energiepreisen und die angekündigten steuerlichen Anreize ab 2027 im Blick zu behalten – sie gelten als zentrale Stellschrauben dafür, ob aus der Wachstumsbranche auch wieder eine Jobmaschine wird.
In Linz, Vöcklamarkt, dem Bezirk Amstetten, der Steiermark und Salzburg wurden Nägel und Nadeln in Halloween-Naschereien entdeckt – insgesamt acht Mal in Österreich.
An der Börse hat sich der Gaspreis binnen eines Jahres mehr als verdoppelt, und Österreichs Speicher sind schlechter gefüllt als im Vorjahr – Experten rechnen mit spürbaren Folgen für die Heizkostenabrechnung.
Erst gab es kleine Auszahlungen fürs Liken von Produkten, dann sollten immer höhere Summen fließen – am Ende stand ein Schneeballsystem mit vorgetäuschter Kontosperre als Druckmittel.