Acht Fälle mit Nadeln in Süßigkeiten sind in Österreich derzeit bekannt, wie das Innenministerium mitteilt. Zwei davon stammen aus Oberösterreich, aus Linz und aus Vöcklamarkt. Das Bundeskriminalamt hat eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet, um die Vorfälle zu untersuchen.
Acht Fälle in Österreich bereits bestätigt
Neben den beiden oberösterreichischen Fällen wurde ein weiterer Fall im Bezirk Amstetten angezeigt. In der Steiermark registrierten die Behörden gleich vier Fälle in den Bezirken Leibnitz und Weiz, ein Fall kam aus der Stadt Salzburg dazu. In den gefundenen Süßigkeiten steckten Nägel, Nadeln und andere metallische Gegenstände, wie das Bundeskriminalamt mitteilt.
Auch aus Deutschland und Ungarn wurden Berichte über mutmaßlich manipulierte Halloween-Süßigkeiten gemeldet. Damit ist das Thema kein rein österreichisches Phänomen, auch wenn jeder gemeldete Fall hierzulande einzeln geprüft wird.
Wer in diesen Tagen Süßigkeiten sortiert, prüft genauer hin
In vielen Haushalten liegt jetzt noch die Halloween-Beute der Kinder auf dem Küchentisch. Wer die Tüten und Riegel durchsieht, achtet seit den gemeldeten Fällen auf aufgerissene Verpackungen, kleine Löcher oder ungewöhnliche Härte in Schokolade und Gummibärchen. Genau das empfiehlt die Polizei allen Eltern und Erziehungsberechtigten als ersten Schritt.
Innenminister Karner beauftragt das Bundeskriminalamt mit der Koordination
Innenminister Gerhard Karner bezeichnet das Präparieren von Süßigkeiten als lebensbedrohlich und hat das Bundeskriminalamt beauftragt, die Ermittlungen national und international zu koordinieren. Dafür wurde die Ermittlungsgruppe mit dem Namen Treat eingerichtet. Sie soll laut dem zuständigen Ermittler Gerald Tatzgern die einzelnen Vorfälle kriminalistisch zusammenführen und nach möglichen Mustern suchen.
Kein Zusammenhang zwischen den Fällen erkennbar
Nach derzeitigem Ermittlungsstand gibt es laut Bundeskriminalamt keine Hinweise darauf, dass die acht österreichischen Fälle miteinander in Verbindung stehen. Das deutet eher auf Einzeltaten in verschiedenen Regionen hin als auf eine koordinierte Aktion. Für betroffene Familien ändert das zunächst wenig: Die gefundenen Gegenstände bleiben gefährlich, unabhängig davon, wer sie hineingelegt hat.
Die folgenden Punkte fasst die Polizei für den Umgang mit verdächtigen Süßigkeiten zusammen:
Verpackungen vor dem Verzehr auf Löcher, Risse oder ungewöhnliche Verschlüsse prüfen.
Schokolade und Riegel vorsichtig durchbrechen, bevor Kinder sie essen.
Verdächtige Süßigkeiten mit der Originalverpackung aufbewahren und nicht wegwerfen.
Funde umgehend der Polizei melden, auch wenn nichts passiert ist.
Bei Verdacht auf verschluckte Fremdkörper sofort medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.
Was Eltern jetzt konkret tun können
Wer noch ungeprüfte Süßigkeiten zu Hause hat, sollte sie vor dem nächsten Naschen noch einmal durchsehen, auch wenn der Halloween-Abend schon einige Tage zurückliegt. Die Polizei nimmt Meldungen weiterhin entgegen, auch nachträglich. Eine bundesweite Entwarnung gibt es bisher nicht, solange die Ermittlungsgruppe Treat die acht Fälle noch einzeln untersucht.
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