Der Deutsche Wetterdienst hat für Flensburg, Kiel, den Kreis Segeberg und weitere Gebiete in Schleswig-Holstein eine Nebelwarnung ausgegeben. Die Sicht sinkt dabei unter 150 Meter. Die Warnung gilt für die Nacht auf Freitag bis Freitagvormittag.
Sichtweite deutlich eingeschränkt bis Freitagmorgen
Wer in der Nacht zum Freitag in Schleswig-Holstein unterwegs war, bekam es laut Deutschem Wetterdienst mit teils dichtem Nebel zu tun. Zunächst war es klar, dann zog von der Ostsee vermehrt tiefe Bewölkung auf. Der Wetterdienst weist darauf hin, dass Nebelbänke räumlich begrenzt auftreten können: Innerhalb eines Nebelfelds kann die Sicht deutlich schlechter sein als nur wenige Hundert Meter weiter.
Ein Hoch bei den Shetlandinseln bringt feuchte Luft
Verantwortlich für die ruhige, aber nebelanfällige Wetterlage ist laut Deutschem Wetterdienst ein Hochdruckgebiet bei den Shetlandinseln. Aus Nordosten wird bodennah feuchtere Luft nach Schleswig-Holstein herangeführt, die bei klaren Nächten schnell zu Nebel kondensiert. Starke Sichteinschränkungen sind nach Angaben des Wetterdienstes auch in den kommenden Tagen weiterhin möglich.
Bundesweit zeigt sich die erste Novemberhälfte zweigeteilt. Bis einschließlich 1. November prägte ein Hochdrucksystem Deutschland, Österreich und die Schweiz, mit einem Wechsel aus Sonne, Wolken und Nebel. Bei dichtem Nebel blieben die Tageshöchstwerte unter 10 Grad, bei viel Sonne waren bis zu 14 Grad möglich. Die Nächte bewegten sich zwischen 5 und 2 Grad, bei klarem Himmel sogar bis minus ein Grad.
Erste Modelle deuten auf Kälte um den 10. November
Ende Oktober hatten sowohl das europäische Modell ECMWF als auch das amerikanische Modell GFS einen möglichen Kaltluftvorstoß um den 10. November berechnet. Einzelne Modellläufe zeigten dabei zweistellige Minusgrade und Schneefall bis in tiefere Lagen.
Der Deutsche Wetterdienst gibt in seiner Mittelfristprognose vom 2. November dagegen zunächst ein Hochdruckgebiet als maßgebliche Wetterlage an und rechnet bis mindestens 9. November mit überwiegend ruhigem und trockenem Wetter im jahreszeitlich üblichen Temperaturbereich.
Ein flächendeckender Wintereinbruch wird vom Deutschen Wetterdienst bis zum kommenden Wochenende nicht erwartet. Für eine mögliche Kältephase zeigen einzelne Modellläufe in rund 1.500 Metern Höhe Werte zwischen minus sechs und minus zehn Grad, in Mittelgebirgen und Alpen wären dann Temperaturen unter dem Gefrierpunkt denkbar. Für Schnee bis ins Flachland sieht der Deutsche Wetterdienst derzeit keine belastbaren Anzeichen.
Schnee vor Weihnachten bleibt unsicher
Parallel dazu wird ein schwacher Polarwirbel diskutiert. In Stratosphärenhöhe wird ein sogenanntes Minor-Warming berechnet, bei dem die Windgeschwindigkeit zeitweise auf bis zu 2 Kilometer pro Stunde absinken kann, verglichen mit den für Anfang November üblichen 80 bis 120 Kilometern pro Stunde. Ein solches Signal kann grundsätzlich auf eine spätere Umstellung der Großwetterlage hindeuten.
Ab dem 7. November berechnet das amerikanische Modell einen Rückgang der Temperaturen von 6 bis 12 Grad auf 4 bis 8 Grad, südlich einer Linie zwischen Köln und Dresden könnten die Höchstwerte sogar unter 5 Grad bleiben. Am 12. und 13. November zeigen Modellläufe Werte um den Gefrierpunkt, südlich einer Linie vom Saarland bis Sachsen werden in manchen Szenarien Neuschneemengen von 1 bis 15 Zentimetern simuliert.
Nach dem 10. November deutet sich laut einzelnen Modellberechnungen allerdings auch eine Milderung mit atlantischer Luft an, die einen länger anhaltenden Wintereinbruch unwahrscheinlicher machen würde. Längerfristige Prognosen des ECMWF gehen für den gesamten November sogar von Temperaturen oberhalb des langjährigen Durchschnitts aus.
Für Schleswig-Holstein heißt das zunächst: Die aktuelle Nebelwarnung ist die einzige gesicherte Wetterlage. Wer in den kommenden Tagen unterwegs ist, sollte bei Nebel die Geschwindigkeit anpassen, auch wenn außerhalb eines Nebelfelds die Sicht wieder deutlich besser sein kann.
Ob daraus tatsächlich Frost oder sogar Schnee vor Weihnachten wird, hängt davon ab, wie sich das Hochdrucksystem in den nächsten Tagen weiterentwickelt. Eine verlässliche Einschätzung dazu will der Deutsche Wetterdienst erst kurzfristiger geben.
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