Die ÖBB sperren den Tauerntunnel zwischen Salzburg und Villach vom 8. Februar bis zum 9. Juli 2027 vollständig. Von der umfassenden Modernisierung ist vor allem der Südabschnitt bei Mallnitz betroffen, weshalb Fernverkehrszüge während der gesamten Tauernsperre durch einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ersetzt werden. Wer diese Verbindung regelmäßig nutzt, sollte sich frühzeitig auf längere Reisezeiten einstellen.
Auswirkungen auf den Schienenersatzverkehr
Der Busbetrieb gilt nach Angaben der Bundesbahnen auf den Strecken von Bischofshofen nach Spittal-Millstättersee sowie von Schwarzach-St. Veit nach Bad Gastein. Auch der internationale Nachtzugverkehr wird während der monatelangen Sperre großräumig umgeleitet. Pendler zwischen Salzburg und Kärnten müssen sich somit über ein halbes Jahr hinweg auf den Umstieg vom Zug in den Bus einstellen.
Historie und Hintergrund der Sanierung
Bereits seit 1909 rollen Züge durch den geschichtsträchtigen Tauerntunnel, der auf einer der bedeutendsten Nord-Süd-Achsen des österreichischen Schienennetzes liegt. Nach einer ersten großen Erneuerung der Tunnelsicherheit und der Gleisanlagen im Jahr 2004 schlossen die ÖBB im Juli 2025 die erste Phase der aktuellen Generalsanierung erfolgreich ab. Die bevorstehende Vollsperre ab Februar 2027 markiert nun die zweite entscheidende Bauetappe. Die vorbereitenden Maßnahmen im Hintergrund laufen ohne Einschränkungen für den laufenden Fahrbetrieb an.
Modernisierung der Autoschleuse
Parallel zu den Arbeiten im Eisenbahntunnel wird auch die Autoschleuse Tauernbahn grundlegend erneuert. Der Autozug-Betrieb ruht während der gesamten Bauphase und wird erst am 10. Juli 2027 wieder aufgenommen. Im Zuge dieses Großprojekts setzen die ÖBB auf folgende Neuerungen:
Digitale Selbstabfertigung: Der Ticketkauf und die Abfertigung vor Ort werden vollständig digitalisiert.
Kennzeichenerkennung: Für Besitzer von Zeitkarten wird eine automatische Nummernschild-Erfassung eingeführt.
Infrastruktur-Upgrades: Am Bahnhof Mallnitz-Obervellach entstehen eine neue Verlanderampe sowie ein überdachter Wartebereich.
Komfort-Garnituren: Die eingesetzten Autozüge bieten künftig einen optimierten, barrierefreien Zugang für Rollstuhlfahrer und erweiterte Stellplätze für Fahrräder.
Verkehrsalternativen und Baustellenkoordination
Für regelmäßige Pendler sowie Radfahrer richten die ÖBB während der Sperre einen speziellen Shuttle-Dienst ein, bei dem auch die Jahreskarten der Autoschleuse vollumfänglich anerkannt werden. Zeitgleich nutzt die Deutsche Bahn das Zeitfenster für eigene Bauarbeiten auf dem Streckenabschnitt zwischen Rosenheim und Freilassing. Um ein drohendes Verkehrschaos in den Sommermonaten zu verhindern, ist die Großbaustelle eng abgestimmt: Die ASFINAG startet die geplante Sanierung der Autobahntunnel am Katschberg und Tauern erst nach dem Ende der Bahnsperre im Herbst 2027.
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