Der Speicherhersteller Sonnen GmbH aus Wildpoldsried hat am 22. Oktober 2026 einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Mehr als 150.000 Bestandskunden beziehen Batteriespeicher von Sonnen – für sie steht vor allem eine Frage im Raum: Was passiert mit laufenden Verträgen und Garantien?
Was die Insolvenz für Bestandskunden bedeutet
Für Kunden mit bereits installierten Sonnen-Speichern soll sich zunächst wenig ändern. Service und Bestandsgeschäft sollen laut Unternehmen fortgesetzt werden. Etwa 400 Mitarbeiter wurden über die Entwicklung informiert.
Anders verhält es sich mit dem Firmengeflecht: Während der Hauptsitz in Wildpoldsried bestehen bleibt, sollen etliche Tochterfirmen aufgelöst oder über ein Eigenverwaltungsverfahren saniert werden. Von mehreren Produktionsstandorten soll nur einer erhalten bleiben.
Wie es zu der Pleite kam
Die Insolvenzanmeldung erfolgt nur zwei Monate nach dem Verkauf des Unternehmens. Der Energiekonzern Shell hatte Sonnen 2019 übernommen und 2024 zusätzlich 500 Millionen Euro in das Unternehmen investiert.
Im Sommer 2026 verkaufte Shell Sonnen an das Family Office Tiven. Tiven hatte ursprünglich geplant, das Unternehmen mit Hilfe des Sanierungsspezialisten Aurelius zu sanieren und anschließend weiterzuverkaufen – zu diesem Plan kam es nun offenbar nicht mehr.
Wie es mit dem US-Geschäft weitergeht
Während die deutsche Zentrale Insolvenz anmeldet, läuft das Geschäft der Tochter Sonnen USA deutlich anders. Dort haben sich die Verkäufe im Jahresvergleich verdoppelt, die Produktion sogar verdreifacht. Sonnen USA rechnet für das Jahr 2026 mit einem Verkaufsvolumen von über 180 Megawattstunden bei Heimspeichern für Solarstrom.
Der Produktionsstandort im US-Bundesstaat Georgia wurde dafür ausgebaut. Zusätzlich beteiligen sich in Texas über 6.000 Haushalte an einem virtuellen Kraftwerksprojekt, bei dem Solaranlagen, Batteriespeicher und Energiemanagement zu einem gemeinsamen System vernetzt werden. Wie sich die deutsche Insolvenz auf das US-Geschäft auswirkt, ist unklar.
Für deutsche Bestandskunden bleibt damit vorerst die Zusage entscheidend, dass Service und Garantieabwicklung weiterlaufen sollen, während das Insolvenzverfahren den Umbau des Unternehmens regelt.
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