In Bergregionen wächst das Angebot an Rufbussen: Ab Ende Mai 2026 verbindet der Münchner Bergbus mit zwei Linien die Stadt mit Wanderzielen in den Alpen und im Allgäu. Gleichzeitig bauen der Landkreis Schwäbisch Hall und das Land Niederösterreich ihre Rufbus- und Anrufsammeltaxi-Systeme für Pendler aus. Alle drei Angebote richten sich an Fahrgäste, die mit dem regulären Linienverkehr schlecht oder gar nicht wegkommen.
Bus zu den Bergen
Der Bergbus fährt samstags, sonntags und an Feiertagen von Ende Mai bis Ende Oktober. Die Linie 396 verbindet den Münchner Ostbahnhof über Bayrischzell mit Hinterthiersee, die Linie 996 führt von München-Pasing nach Pfronten und zur Wieskirche. Für beide Linien gilt der reguläre MVV-Tarif, auch das Deutschlandticket wird akzeptiert.
Da im Bus keine Stehplätze erlaubt sind, empfiehlt der Betreiber eine Sitzplatzreservierung, die ab Mitte Mai 2026 frühestens eine Woche vor der Fahrt möglich ist und bis zwei Stunden vorher storniert werden kann. Pro Konto lassen sich maximal fünf Plätze buchen.
Vom Pilotprojekt zur festen Linie
Der Bergbus geht auf ein Pilotprojekt zurück, das 2021 gemeinsam mit dem Alpenverein München & Oberland startete. Seit Mai 2024 ist er vollständig ins MVV-Netz integriert. Die Kosten tragen die Landeshauptstadt München und die Landkreise Miesbach und Ostallgäu gemeinsam, zusätzlich kommt der Freistaat Bayern für 40 % des Defizits im Betrieb auf. Im Jahr 2025 zählte der Bergbus rund 11.500 Fahrgäste.
Mehr Takte im Ländlichen
Auch abseits der Alpen bauen Regionen ihre Rufbus-Angebote aus. Im Landkreis Schwäbisch Hall fahren Rufbusse werktags zwischen 20 und 22 Uhr stündlich in beide Richtungen, am Wochenende und an Feiertagen von 8 bis 22 Uhr im Zwei-Stunden-Takt. In einem Pilotprojekt in Kreßberg, Fichtenau, Stimpfach und Frankenhardt gilt werktags ab 5:30 Uhr sogar ein Stunden-Takt, allerdings ohne Schülerverkehr.
Der frühere Zuschlag von einem Euro für Fahrten nach 22 Uhr wurde abgeschafft, die Anmeldung ist nun täglich zwischen 7 und 22 Uhr möglich, nur am 24. und 31. Dezember endet sie um 18 Uhr. Der Landkreis hat zudem neue Haltestellen aufgenommen und die Rufbusse auf Zugzeiten an Bahnhöfen abgestimmt. Gefahren wird mit Taxis, der Fahrpreis entspricht dem regulären RegioTarif.
Grenze für Online-Buchungen
Seit 5. Januar 2026 gilt im Landkreis Schwäbisch Hall eine neue Regel: Pro Person und Tag sind nur noch zwei Online-Buchungen über App oder Internet möglich. Der Landkreis Schwäbisch Hall begründet die Beschränkung mit hohen Kosten durch Fahrgäste, die nicht erscheinen oder sich nicht abmelden. Wer mehr Fahrten braucht, kann in begründeten Einzelfällen zusätzlich telefonisch buchen.
Eine Nummer für ganz Niederösterreich
In Niederösterreich lassen sich Anrufsammeltaxis und Rufbusse landesweit über eine einzige Dispositionszentrale buchen, erreichbar unter der Telefonnummer 0800/22 23 22. Die Zentrale war ursprünglich in das Call-Center der Verkehrsverbund Ost-Region integriert und wurde später an die Niederösterreichische Verkehrsorganisationsges.m.b.H. übergeben.
Über dieselbe Nummer erhalten Fahrgäste auch Informationen zu Linienbussen, sodass sich Linienverkehr und bedarfsgesteuerte Angebote aus einer Hand abfragen lassen. Alle Bedarfsverkehre des Landes sind auf diesem Weg buchbar.
Bild: Symbolbild, KI-erzeugt.