Der Verein für Konsumenteninformation hat im Auftrag von AMA-Marketing 25 Kaisersemmeln aus Supermärkten und Bäckereien in Wien und Niederösterreich untersucht. Die Proben waren im Juni 2026 zufällig gekauft worden, geprüft wurden Geschmack, Gewicht, Salzgehalt sowie mögliche Keime und Schimmelpilzgifte.
Beim Semmel-Test schnitten 24 der 25 Produkte mit der Note gut oder sehr gut ab, zwölf davon erreichten jeweils die Bestnote sehr gut und zwölf die Note gut. Nur eine Kaisersemmel fiel aus dem Rahmen: die Hofer-Backbox-Kaisersemmel.
Sie war das einzige Produkt, das kein gut oder sehr gut erreichte. Die Fachleute, die die Semmeln verkosteten, kritisierten einen zähen und trockenen Biss, dazu einen säuerlichen, leicht alkoholischen Geschmack mit fremdartigem Beigeschmack.
Wen das Ergebnis betrifft
Für Kunden, die regelmäßig Backbox-Semmeln beim Diskonter kaufen, liefert der Test einen konkreten Hinweis: Bei der Hofer-Backbox-Kaisersemmel könnten Geschmack und Konsistenz von anderen Anbietern abweichen. Bei allen übrigen getesteten Semmeln gab es dagegen weder bei Keimen noch bei Schimmelpilzgiften Beanstandungen, die nachgewiesenen Werte lagen deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten.
Warum der Salzgehalt vielen Semmeln zu schaffen macht
Ein Ergebnis des Tests betrifft nicht die Qualität, sondern die Kennzeichnung: Der im Labor gemessene Salzgehalt lag im Durchschnitt 13 % über den Angaben der Hersteller. In einem Fall betrug die Abweichung knapp 60 %. Pro 100 Gramm Gebäck stecken in den geprüften Semmeln durchschnittlich etwa 1,6 Gramm Salz.
Eine einzelne Semmel liefert damit bereits etwa ein Gramm Salz und deckt rund ein Fünftel der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen maximalen Tagesmenge für Erwachsene ab. Wer mehrere salzhaltige Lebensmittel am Tag isst, erreicht mit einer einzigen Kaisersemmel also bereits einen erheblichen Teil seines Tageslimits.
Woran Kunden österreichisches Getreide erkennen
24 Hersteller reagierten auf die Anfrage des Vereins für Konsumenteninformation, und ausnahmslos alle erklärten, ihr Mehl stamme aus österreichischem Getreide und die Semmeln würden im Inland produziert. Die Bäckerei Öfferl beantwortete die Herkunftsanfrage trotz mehrfacher Kontaktaufnahme nicht.
Neun der getesteten Semmeln tragen das AMA-Gütesiegel oder das AMA-Biosiegel. Nach Angaben von AMA-Marketing stehen diese Siegel dafür, dass das eingesetzte Getreide aus Österreich kommt und sämtliche Schritte von Anbau über Ernte und Lagerung bis zur Verarbeitung im Inland stattfinden, wobei unabhängige Prüfstellen von außen die Einhaltung kontrollieren.
Laut einer RollAMA-Motivanalyse von AMA-Marketing spielt die Herkunft des Mehls beziehungsweise Getreides für rund 80 % der Konsumenten eine wichtige Rolle beim Einkauf.
Wo Kunden die Zutatenliste finden
Bei der Transparenz der Produktinformationen sieht der Test noch Verbesserungsbedarf. Zutatenlisten sind in Supermärkten häufig leichter zugänglich als in klassischen Bäckereien, teils fehlen zudem Angaben zum Stückgewicht. Bei Supermarkt-Backboxen sind Informationen zur Zusammensetzung mitunter nur über einen QR-Code abrufbar.