Ab 1. Januar 2026 sinken die Netzentgelte für Strom bundesweit, was die Stromtarife 2026 für viele deutsche Haushalte günstiger macht. Laut einer Analyse von Rabot Energy fällt der Netzentgelt-Median um 2,07 Cent pro Kilowattstunde, ermöglicht durch einen Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds. Ein typischer Vierpersonenhaushalt wird dadurch um bis zu 75 Euro im Jahr entlastet.
Netzentgelte machen laut Vonovia Energie rund ein Viertel des Strompreises aus. Der größte Teil entfällt mit 41,3 % auf Erzeugung, Beschaffung und Betrieb, fast ein Fünftel auf sonstige Abgaben und weitere 16 % auf die Mehrwertsteuer. Die Bundesnetzagentur ermittelte für die 15 einwohnerstärksten Netzbetreiber, die zusammen knapp 39 Millionen Menschen versorgen, im Schnitt sinkende Entgelte von rund 2 Cent pro Kilowattstunde.
Wer profitiert am meisten von der Senkung?
Die Entlastung fällt je nach Bundesland unterschiedlich aus. Nach der Analyse von Rabot Energy sinken die Entgelte in einigen Regionen deutlich stärker als im Bundesschnitt von 1,95 Cent pro Kilowattstunde.
In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sinken die Entgelte um bis zu 3,18 Cent pro Kilowattstunde.
In Nordrhein-Westfalen und Hessen fällt die Senkung mit 0,6 bis 1,7 Cent pro Kilowattstunde spürbar geringer aus.
Im bayerischen Postleitzahlgebiet Partenstein sinken die Entgelte sogar um 6,18 Cent pro Kilowattstunde.
Gewerbekunden profitieren in manchen Regionen um bis zu 26 % stärker als Privathaushalte.
Warum sinken die Entgelte nicht überall gleich?
Die Unterschiede erklärt Vonovia Energie mit unterschiedlichen Betriebskosten, einer unterschiedlichen Zahl angeschlossener Verbraucher und Erzeugungsanlagen sowie abweichenden Netzstrukturen. Netzgebiete mit hoher Einspeisung erneuerbarer Energien spüren laut Rabot Energy weniger Entlastung, während Regionen mit starker Nachfrage aus dem Übertragungsnetz deutlich mehr profitieren.
Der Bundeszuschuss betrifft zunächst nur die Übertragungsnetzkosten, wirkt sich aber auch auf die Verteilnetzentgelte aus, weil Netzbetreiber Kosten der vorgelagerten Netze weitergeben. Die errechneten Werte sind demnach Energy noch vorläufig, weil der Bundestag den Zuschüssen zu den Übertragungsnetzentgelten noch zustimmen muss.
Rechenbeispiel
Wie stark sich die Senkung auf die Stromrechnung auswirkt, zeigt eine Beispielrechnung von Vonovia Energie. Bei einem Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch entspricht eine Senkung des verbrauchsabhängigen Preisbestandteils um 2 Cent pro Kilowattstunde einer rechnerischen Entlastung von rund 70 Euro im Jahr vor Mehrwertsteuer.
Wie viel davon bei der tatsächlichen Stromrechnung ankommt, hängt laut Bundesnetzagentur zusätzlich vom jeweiligen Stromvertrag ab, da Lieferanten regulierte Preisbestandteile nach gesetzlichen Vorgaben anpassen müssen.
Was Verbraucher jetzt tun können
Seit 2025 müssen Energieversorger dynamische Stromtarife anbieten, die sich alle 15 bis 60 Minuten am aktuellen Börsenpreis orientieren. Für Haushalte mit mehr als 6.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch ist seit demselben Jahr zudem ein Smart Meter Pflicht, das den Verbrauch in Echtzeit erfasst.
Dynamische Netzentgelte gibt es in Deutschland dagegen noch nicht. Die Bundesnetzagentur arbeitet daran und will laut ihrem Sachstandsbericht vom November 2025 zunächst bei Batteriespeichern in oberen Spannungsebenen beginnen.
Wer prüfen will, ob sich ein dynamischer Tarif lohnt, kann beim eigenen Netzbetreiber nachfragen, wann die neuen Entgelte für das eigene Postleitzahlgebiet veröffentlicht werden. Endgültig sind die Werte erst nach der Zustimmung des Bundestags zum Zuschuss für die Übertragungsnetzentgelte.
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