Die Gaspreise 2027 steigen für viele Haushalte in Deutschland spürbar: Kunden müssen je nach Tarif mit Aufschlägen von 10 bis 20 Prozent rechnen. Eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden zahlt derzeit rund 2.540 Euro für Gas und müsste bei einem Aufschlag von 20 % bis zu 500 Euro mehr pro Jahr einplanen. Zusätzlich steigen bundesweit die Gasnetzentgelte um rund 19 Euro bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden.
Hintergrund ist der Anstieg der Börsenpreise, der laut Verivox seit Ende Februar 2026 anhält: Der europäische Referenzpreis TTF lag Anfang Oktober 2026 bei rund 76 Euro pro Megawattstunde. Außerdem legte der Bundestag am 15. Oktober 2026 fest, dass sich der CO2-Preis 2027 zwischen 55 und 65 Euro je Tonne bewegen soll, was die Energiekosten zusätzlich hochhält.
Wie stark steigen die Gaspreise ab Januar 2027 wirklich?
Der aktuelle Gaspreis liegt demnach durchschnittlich bei 12,7 Cent pro Kilowattstunde. Bei einem Aufschlag von 10 % würde eine Familie mit 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch etwa 250 Euro mehr zahlen, bei 20 % rund 500 Euro. Für eine Wohnung mit 10.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch bedeutet das Mehrkosten zwischen 125 und 250 Euro im Jahr.
Zusätzlich kommen bundesweit steigende Gasnetzentgelte hinzu: Für 20.000 Kilowattstunden macht das demnach rund 19 Euro mehr aus. In Berlin und Brandenburg, die zu den vier Bundesländern mit überdurchschnittlichem Anstieg zählen, dürfte der Aufschlag demnach noch höher ausfallen.
Was bedeutet das zusätzlich für die Stromrechnung?
Auch beim Strom werden Netzentgelte 2027 teurer, allerdings deutlich moderater: Im bundesweiten Schnitt steigen sie demnach um 1,9 %. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit 4.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch bedeutet das rund 8 Euro mehr im Jahr. Die regionalen Unterschiede fallen jedoch erheblich aus.
In den alten Bundesländern steigen die Stromnetzgebühren durchschnittlich um 10 Euro pro Jahr.
In den neuen Bundesländern sinken sie dagegen im Schnitt um 3 Euro.
Hamburg verzeichnet mit einem Anstieg von 9 % den bundesweit stärksten Zuwachs, ein Haushalt mit 4.000 Kilowattstunden zahlt dort rund 52 Euro mehr.
In Thüringen sinken die Stromnetzgebühren, Verbraucher sparen dort im Schnitt 11 Euro im Jahr.
Die gegenläufige Entwicklung hängt unter anderem damit zusammen, dass der Bund seinen Zuschuss zu den Kosten der Übertragungsnetze kürzt: Statt 6,5 Milliarden Euro fließen 2027 nur noch 5,525 Milliarden Euro.
Die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW beziffern die bundesweiten Netzentgelte auf Höchst- und Umspannungsebene für 2027 auf 3,54 Cent pro Kilowattstunde, nach 2,86 Cent im Jahr 2026. Ohne den staatlichen Zuschuss läge der Wert laut den Netzbetreibern sogar bei 6,52 Cent pro Kilowattstunde.
Rechenbeispiel
Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden liegt die Gasrechnung einer Familie aktuell bei etwa 2.540 Euro. Steigt der Tarif um 20 %, kommen demnach rund 500 Euro hinzu – macht insgesamt etwa 3.040 Euro im Jahr.
Zusätzlich schlagen die höheren Gasnetzentgelte mit rund 19 Euro zu Buche, sodass sich die Jahresrechnung auf knapp 3.060 Euro summiert. Bei einem moderateren Aufschlag von 10 % liegen die Mehrkosten bei rund 250 Euro plus 19 Euro Netzentgelte, also insgesamt etwa 269 Euro mehr im Jahr.
Was Gaskunden jetzt noch tun können
Wer sich noch vor dem Jahreswechsel einen Vertrag zum aktuellen Durchschnittspreis von 12,7 Cent pro Kilowattstunde sichert, zahlt bis zur nächsten Preisanpassung die bisherigen Konditionen. Ein Blick auf den eigenen Tarif und den Vergleich mit anderen Anbietern lohnt sich damit vor allem in den kommenden Wochen, bevor die angekündigten Erhöhungen zum 1. Januar 2027 greifen.
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