In Tirol haben Behördenmitarbeiter tirolweit bereits 168 Kontrollen von Tankstellen durchgeführt, um die korrekte Einspeicherung der Preise in den Spritpreisrechner der E-Control zu überprüfen. Erstmals prüft eine Bezirksverwaltungsbehörde dabei auch, ob ein Verwaltungsstrafverfahren wegen einer Unstimmigkeit bei der Einmeldung infrage kommt. Ein Ergebnis dieser Prüfung liegt bislang nicht vor.
Warum die Kontrollen jetzt verstärkt werden
Tankstellenbetreiber müssen ihre Preise laufend in den Spritpreisrechner der E-Control einspeisen. Preiserhöhungen sind nur einmal täglich um 12:00 Uhr erlaubt, Preissenkungen dagegen jederzeit möglich. Genau diese Meldepflicht steht nun erstmals im Mittelpunkt einer behördlichen Prüfung in Tirol, wie die Bezirksverwaltungsbehörde mitteilt.
Parallel dazu führt die E-Control eine Sonderprüfung durch, um zu untersuchen, wie wirksam die Spritpreisbremse des Bundes in der Praxis ist. Nach Einschätzung der E-Control haben sich die Tiroler Tankstellen bislang an die Bremse gehalten, ihre preisdämpfende Wirkung zeige sich auch im Bundesland deutlich – beim Diesel falle dieser Effekt sogar noch ausgeprägter aus als im Bundesschnitt.
Tirol bleibt das teuerste Bundesland beim Sprit
Laut E-Control bleibt Tirol das teuerste Bundesland beim Spritpreis. Seit der Einsetzung der Preisuntersuchungskommission lässt sich laut E-Control zwar eine teilweise Reduktion des Tiroler Spritaufschlags ablesen, eine nachhaltige Entspannung der Preissituation ist aber noch nicht erreicht.
Woher der Aufschlag kommt, ist nach Angaben des Landes Tirol nicht abschließend geklärt. Mitentscheidend für die Preisbildung seien demnach unter anderem die Struktur der Betreiber, die Wettbewerbssituation vor Ort sowie die jeweiligen Liefer- und Logistikwege.
Die Ursache des gesamten Tirol-Aufschlags und das Ausmaß sachlich erklärbarer regionaler Unterschiede blieben ungeklärt.
Zum Vergleich: Die Großhandelspreise von Diesel und Super Benzin haben sich binnen eines Jahres ungefähr verdoppelt, was den Preisdruck an den Zapfsäulen zusätzlich erklärt.
Rechenbeispiel: Was der jüngste Preisrückgang für Autofahrer bedeutet
Eine Schnellerhebung der Arbeiterkammer vom 1. Oktober 2026 zeigt, wie stark die Preise zuletzt gefallen sind. Im österreichweiten Durchschnitt gab Diesel um 10,5 Cent je Liter nach, in Tirol fiel das Minus mit 12,5 Cent je Liter noch deutlicher aus. Bei Superbenzin verbilligte sich der Liter in Tirol im Schnitt um 12 Cent, womit der Rückgang dort 0,9 Cent über dem österreichweiten Mittelwert lag.
Für einen typischen 50-Liter-Tank bedeutet das: Wer in Tirol tankt, zahlt bei Diesel rund 6,25 Euro weniger als vor dem Preisrückgang, österreichweit liegt die Ersparnis bei rund 5,25 Euro. Innerhalb Tirols fielen die Rückgänge allerdings sehr unterschiedlich aus: In Lienz sanken die Preise um etwa 15 Cent pro Liter, in Innsbruck-Land nur um etwa 10 Cent pro Liter.
Was zusätzliche Kontrollen für Autofahrer bedeuten
Energieminister Hattmannsdorfer hat den Landeshauptmann um zusätzliche Kontrollen bei Tankstellen für die Monate Oktober und November 2026 ersucht. Landeshauptmann Mattle hat die Bezirkshauptmannschaften bereits beauftragt, den Kontrolldruck gemäß dem entsprechenden Erlass zu erhöhen.
Die Kontrollaktion soll zudem Daten zum Tankstellennetz, zur Versorgungslage sowie zu Zulieferungen und Transportwegen liefern und sichtbar machen, welchen Einfluss etwa Fahrverbote für Lkw auf die Nahversorgung haben.
Das Land Tirol kündigt an, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um nicht nachvollziehbare Preisunterschiede aufzudecken.
Österreichweit nutzen inzwischen 1,67 Millionen Haushalte eine Jahreskarte für Bus und Bahn – auch wenn das Klimaticket Oberösterreich von allen Bundesland-Tickets am teuersten ist.
Russland verschifft erstmals seit Jahren wieder Diesel in die USA – ein Deal, der gegen bestehende Sanktionen verstößt und in mehreren Ländern auf Kritik stößt.