Das Klimaticket Oberösterreich hat unter allen Bundesland-Varianten den höchsten Preis. Trotzdem rechnet es sich für viele Pendler: Auf der Strecke von Attnang-Puchheim nach Linz ergibt sich eine Ersparnis von rund 3.270 Euro pro Jahr gegenüber dem Auto. Grundlage sind Berechnungen des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) zu Spritkosten und Ticketpreis.
Bundesweit ist die Zahl der Haushalte mit einer Jahreskarte für Bus und Bahn seit der Einführung des Klimatickets im Oktober 2021 deutlich gestiegen. Das zeigt die aktuelle Entwicklung fünf Jahre nach dem Start des Tickets, für die Statistik Austria und der VCÖ Zahlen vorlegen.
Wie viel spart das Klimaticket Oberösterreich bei den Pendlerkosten?
Wer von Attnang-Puchheim nach Linz pendelt, zahlt laut VCÖ bei 220 Arbeitstagen im Jahr durchschnittlich 3.970 Euro an Spritkosten, wenn er mit dem Auto fährt. Das Klimaticket Oberösterreich kostet dagegen deutlich weniger – die Spritkosten liegen nach Angaben von VCÖ-Sprecherin Klara Maria Schenk mehr als fünfmal so hoch wie der Ticketpreis. Unterm Strich bleibt den Pendlern auf dieser Strecke eine Ersparnis von etwa 3.270 Euro im Jahr.
Auch auf anderen Pendlerstrecken in Österreich lohnt sich der Umstieg auf die Bahn. Der VCÖ hat mehrere Verbindungen durchgerechnet und mit den jeweiligen Autokosten verglichen:
Zwischen Amstetten und St. Pölten liegt die jährliche Ersparnis durch das regionale Klimaticket bei knapp 3.800 Euro.
Zwischen Wolfsberg und Klagenfurt beträgt die Ersparnis mehr als 3.100 Euro pro Jahr.
Auf der Strecke Bludenz bis Bregenz sind es mehr als 2.800 Euro im Jahr.
Zwischen Leibnitz und Graz liegt die Ersparnis bei fast 1.800 Euro pro Jahr.
Wie hat sich die Zahl der Jahreskarten in Österreich entwickelt?
Mittlerweile verfügt 1,67 Millionen österreichische Haushalte über wenigstens eine Jahreskarte für Bus und Bahn, wie Statistik Austria mitteilt. Gegenüber den Jahren 2019 und 2020 ist das ein Zuwachs von rund 320.000 Haushalten.
Beim Blick auf die Bundesländer zeigt sich ein deutliches Gefälle: In Wien besitzen laut VCÖ 75 % der Haushalte eine Jahreskarte, in Salzburg und Tirol liegt die Quote jeweils bei 36 %. Beim Ticketpreis liegen Vorarlberg und Salzburg am günstigsten, während das Klimaticket Oberösterreich die höchsten Kosten verursacht.
Was fordert der VCÖ von Unternehmen?
Der VCÖ ruft Betriebe dazu auf, ihre Beschäftigten mit einem steuerbegünstigten Öffi-Jobticket beim Umstieg zu unterstützen. Laut VCÖ-Sprecherin Klara Maria Schenk entscheiden neben dem Preis vor allem Reisezeit und Verbindungshäufigkeit darüber, ob Menschen auf Bus und Bahn umsteigen. Der VCÖ betont zudem, dass ein besseres Angebot im öffentlichen Verkehr nötig sei, damit noch mehr Menschen den Umstieg wagen.
Wer seine Pendlerstrecke noch nicht durchgerechnet hat, kann die eigenen Autokosten den aktuellen Preisen des Klimatickets Oberösterreich gegenüberstellen und so die persönliche Ersparnis ermitteln.
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