Der Verwaltungsrat von Lindt & Sprüngli hat die Zusammenarbeit mit Konzernchef Adalbert Lechner beendet. Die operative Leitung übernimmt mit sofortiger Wirkung interimistisch der frühere CEO und aktuelle stellvertretende Verwaltungsratspräsident Dieter Weisskopf.
Neuausrichtung im Management
Der 65-jährige Lechner muss seinen Posten räumen, da das Kontrollgremium eine neue strategische Führung für notwendig erachtet, um das globale Wachstum langfristig zu sichern und Marktpotenziale besser auszuschöpfen. Eine finale Besetzung der CEO-Position soll im zweiten Quartal 2027 bekannt gegeben werden.
Gegenwind durch hohe Produktpreise
Der Schokoladenhersteller hatte seine Preise in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 um durchschnittlich 11,8 % nach oben geschraubt. Daraufhin ging die Nachfrage spürbar zurück. Besonders in Kernmärkten wie Deutschland, der Schweiz und Großbritannien kauften Verbraucher deutlich weniger ein als vom Unternehmen kalkuliert.
Um dem Absatzminus entgegenzuwirken, hat der Konzern ab dem Sommer 2026 bei bestimmten Artikeln Preiskorrekturen vorgenommen. Zudem setzt das Unternehmen verstärkt auf reduzierte Packungsgrößen, um die Einstiegspreise im Handel für die Kundschaft attraktiver zu gestalten.
Teure Schokolade
Im ersten Halbjahr 2026 hatte Lindt seine Verkaufspreise im Durchschnitt um 11,8 % angehoben. Die Folge: Die verkauften Mengen brachen merklich ein. Vor allem Kundinnen und Kunden in Deutschland, der Schweiz und Großbritannien zeigten sich deutlich zurückhaltender als vom Konzern eingeplant.
Als Reaktion senkte Lindt ab den Sommermonaten 2026 bei einzelnen Produkten die Preise wieder und setzt inzwischen zusätzlich auf kleinere Packungsgrößen, um die Kosten für Kunden an der Kasse zu dämpfen.
Rückkehr aufs Podest
Mit Dieter Weisskopf holt der Verwaltungsrat einen bekannten Namen zurück an die Spitze. Weisskopf ist zudem Mitglied des Verwaltungsrats und damit mit der aktuellen Lage des Unternehmens bestens vertraut.
Kurs und Prognose
Ende September 2026 hatte Lindt seine Umsatzprognose bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr gesenkt. Der Konzern rechnet für 2026 nur noch mit einem organischen Wachstum von null bis zwei Prozent, ursprünglich waren sechs bis acht Prozent angepeilt. Ein heißer europäischer Sommer 2026 setzte dem Geschäft zusätzlich zu, wie cash-online berichtet. Nach der erneuten Prognosesenkung brach die Lindt-Aktie an der Börse deutlich ein.
Nach dem Fund von E.-coli-Bakterien in vier Wasserproben hat die Stadtgemeinde Feldkirchen die Fremdzuleitung geschlossen und das Abkochgebot für weite Teile der Stadt aufgehoben.