Nach Halloween 2026 melden Polizeidienststellen in mehreren deutschen Bundesländern Funde von Nadeln, Nägeln und Schrauben in Süßigkeiten. In Bremervörde biss eine neunjährige Schülerin in einen Schokoriegel und verletzte sich dabei die Zunge an einer rund fünf Zentimeter langen Stecknadel. Die Polizei geht von einer absichtlichen Manipulation aus.
Funde quer durchs Land
Die Liste der Orte ist lang.
In Essen bemerkte ein Vater Einstichslöcher in der Verpackung und entdeckte darin eine spitze Nadel.
Auch auf der Insel Fehmarn wurde eine elfjährige Schülerin fündig: Als sie einen Schokoriegel teilte, stieß sie auf eine Nähnadel. In Filderstadt entdeckten zwei Familien Nadeln in Milch-Haselnuss-Schnitten, und in Thüringen fanden Ermittler Nadeln von drei bis sechs Zentimeter Länge in Schokoriegeln, Schokowaffeln, Kaubonbons und sogar in einem Apfel. Auch aus Österreich wurden Funde manipulierter Süßigkeiten gemeldet.
Lidl bestätigt einen Fall
In Garbsen kaufte eine Frau bei Lidl einen Schokoriegel, in dem sich eine Nähnadel befand. Lidl bestätigte den Vorfall und erklärte, man stehe im Austausch mit den Ermittlungsbehörden und dem Lieferanten. Weitere Details zum Ergebnis dieses Austauschs nannte das Unternehmen bislang nicht.
Ermittler sprechen von Absicht
Die Polizei geht in den bekannten Fällen davon aus, dass die Süßigkeiten gezielt manipuliert wurden, bevor sie an Kinder gelangten. Ermittelt wird wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung. Eine 13-Jährige in Hamburg soll einen Schokoriegel von zwei verkleideten mutmaßlichen Jugendlichen erhalten haben, in dem später eine Nadel steckte; dieser Hinweis gilt bislang als ungesichert.
Keine eigene Statistik
Wie groß das Ausmaß der Vorfälle bundesweit tatsächlich ist, lässt sich derzeit nicht beziffern: Weder in der Polizeilichen Kriminalstatistik noch in einer gesonderten eigenen Erhebung führt das Bundeskriminalamt Fälle manipulierter Süßigkeiten gesondert auf. Wie viele Fälle es insgesamt gibt, bleibt damit offen.
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