In der Steiermark sind in den ersten neun Monaten 2026 449 Unternehmen insolvent geworden. Die Schulden der betroffenen Firmen beliefen sich auf knapp 735 Millionen Euro – fast 165 % mehr als im Vorjahreszeitraum, als es rund 277 Millionen Euro waren. Für 2.448 Beschäftigte stand damit zwischen Jänner und September ihr Arbeitsplatz unmittelbar auf dem Spiel, im Vorjahr waren es 1.320 gewesen.
Handel, Bau und Gastronomie trifft die Pleitewelle am härtesten
Besonders betroffen waren drei Branchen: Im Handel wurden 89 Firmeninsolvenzen registriert, in der Baubranche ebenfalls 89 und in der Gastronomie 74. Insgesamt kam es zu 661 Firmeninsolvenzen in der Steiermark, 212 weitere Anträge wurden abgewiesen, weil kein ausreichendes Vermögen zur Finanzierung des Verfahrens vorhanden war. Laut steiermark.biz hatte fast die Hälfte der insolvent gegangenen steirischen Gesellschaften ihren Sitz in Graz.
Große Pleitefälle ziehen die Schuldenbilanz nach oben
Einzelne Großinsolvenzen trieben die Schuldensumme in die Höhe. Ein Unternehmen wies Verbindlichkeiten von rund 128,7 Millionen Euro auf. Anderes kamen auf rund 62,6 Millionen Euro Schulden bei 180 Beschäftigten und auf rund 83,5 Millionen Euro.
Rechenbeispiel: Wie hoch die Schulden pro Firma im Schnitt sind
Teilt man die Gesamtschulden von 735 Millionen Euro durch die 449 insolventen Unternehmen, ergibt sich eine durchschnittliche Schuldenlast von rund 1,64 Millionen Euro je Firma. Im Vorjahreszeitraum lagen die Gesamtschulden noch bei 277 Millionen Euro – die Zahl allein verdoppelt sich damit beinahe, was zeigt, dass nicht nur mehr Firmen pleitegehen, sondern einzelne Fälle deutlich größer ausfallen als zuvor.
Auch private Haushalte geraten in der Steiermark zunehmend in die Schuldenfalle
Parallel zu den Firmenpleiten nehmen auch Privatinsolvenzen zu. Von Jänner bis Ende September 2026 wurden demnach insgesamt 822 Privatkonkurse eröffnet, ein Plus von 19,1 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die geschätzten Verbindlichkeiten aus diesen Privatkonkursen beliefen sich demnach auf 106 Millionen Euro, eine Steigerung von gut einem Fünftel.
Was die Pleitewelle für Beschäftigte und Gläubiger bedeutet
Für die 2.448 betroffenen Arbeitnehmer bedeutet eine Firmeninsolvenz zunächst offene Lohnansprüche und Unsicherheit über den Fortbestand ihres Jobs.
Lieferanten und Geschäftspartner müssen bei abgewiesenen Verfahren – wie den 212 mangels Vermögen nicht eröffneten Fällen – häufig ganz auf ihre offenen Rechnungen verzichten. Der Kreditschutzverband KSV1870 rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit 800 bis 850 Firmeninsolvenzen in der Steiermark, nach 720 im gesamten Jahr 2025.
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