Zwei Güterwagen setzten sich in der Nacht zum 12. Oktober 2026 im Ausfahrbahnhof Wiener Neustadt in Bewegung und entgleisten. Dabei wurden die Oberleitung und Teile der Gleisanlagen beschädigt, was zu erheblichen Einschränkungen auf der Südstrecke zwischen Wien, Graz und Kärnten führte. Die ÖBB richteten daraufhin einen Schienenersatzverkehr ein, bei dem es zu Zugausfällen und einem chaotisch wirkenden Ersatzbus-Einsatz kam.
Warten am Bahnsteig
Nach der Streckensperre strandeten zahlreiche Fahrgäste im Bahnhof Mürzzuschlag, wo die Weiterreise nach Wien organisiert werden sollte. Vor Ort herrschte jedoch Unklarheit, da es kaum verlässliche Informationen über die Ankunftszeiten weiterer Ersatzbusse gab.
Auf die teils prekären Zustände beim Schienenersatzverkehr machte auch der ehemalige steirische Landtagsabgeordnete Alexander Pinter aufmerksam: Er teilte in den sozialen Medien das Foto eines eingesetzten Busses mit einer massiv zersplitterten Windschutzscheibe und kritisierte die ÖBB scharf für den Zustand der Fahrzeuge. Während viele Pendler stundenlang am Bahnsteig ausharrten oder sich privat abholen ließen, kehrten einige frustrierte Fahrgäste schließlich komplett um und traten die Rückreise nach Graz an.
Ersatzbus zeigt Scheibe mit Schaden
Einer der eingesetzten Ersatzbusse wies eine stark beschädigte Windschutzscheibe auf. Der Busfahrer erklärte, aus Sicherheitsgründen keine stehenden Fahrgäste mitnehmen zu können, was die ohnehin langen Wartezeiten zusätzlich verschärfte. Nach Ansicht von Pinter sei schon morgens klar gewesen, dass Züge ausfallen würden. Dennoch habe die Organisation der Ersatzfahrten seiner Einschätzung nach nicht funktioniert.
Antwort der ÖBB
Laut Herbert Hofer von den ÖBB lassen sich bei einer Störung in dieser Größenordnung Verzögerungen und längere Wartezeiten kaum vollständig verhindern, auch wenn man sich darum bemühe.
Nach seinen Angaben arbeiteten die ÖBB seit den frühen Morgenstunden mit Hochdruck an der Behebung der Schäden. Die ÖBB teilten zum beschädigten Bus mit, man werde klären, ob das Fahrzeug sicherheitsrelevante Schäden aufwies und unter welchen Bedingungen es weiter im Einsatz war.
Stand am Abend
Gegen 16 Uhr normalisierte sich der Fernverkehr auf der Südstrecke demnach weitgehend. Zwischen Wiener Neustadt und Neunkirchen fuhren die Nahverkehrszüge bereits wieder regulär. Zwischen Wiener Neustadt und Lanzenkirchen mussten Fahrgäste wegen der beschädigten Infrastruktur weiterhin auf Ersatzbusse umsteigen.