Ein Orkantief über dem Nordatlantik hat sich explosionsartig zu einem sogenannten Bombenzyklon verstärkt. Nach Berechnungen des europäischen Wettermodells sinkt der Kerndruck des Systems bis Mittwochmittag auf etwa 934 Hektopascal. Für Autofahrer und Pendler in Österreich stellt sich damit die Frage, wie stark der Sturm auch hierzulande zu spüren sein wird.
Wie stark sich das Tief binnen Stunden verstärkt
Ein gewöhnliches Tiefdruckgebiet über Deutschland bringt es im Schnitt auf einen Luftdruck zwischen 990 und 1010 Hektopascal. Der aktuelle Wert liegt damit deutlich darunter und zeigt, wie intensiv sich der Bombenzyklon innerhalb kurzer Zeit aufgebaut hat. Als Bombenzyklon gilt ein Tief, dessen Kerndruck binnen 24 Stunden stark abfällt.
Rekord von 938,4 Hektopascal aus dem Jahr 1963 könnte fallen
Am 19. Oktober 1963 wurde auf den Westmännerinseln vor Island mit 938,4 Hektopascal ein Luftdruckrekord für den Monat Oktober gemessen. Der aktuell berechnete Wert könnte diesen mehr als sechs Jahrzehnte alten Rekord unterbieten. Ein solcher Tiefstwert zeigt die Größenordnung des Sturms, auch wenn er weit im Nordatlantik liegt.
Island und Schottland bekommen Warnstufe Orange und Schneesturm zu spüren
Auf dem offenen Atlantik treten bereits Orkanböen mit mehr als 140 Kilometern pro Stunde auf. Für die Westfjorde, die Region Strandir sowie den Nordwesten Islands hat die isländische Wetterbehörde die Warnstufe Orange ausgegeben; sie gilt von Mittwochabend an bis in die Nacht zum Donnerstag.
In Nordisland rechnen die Meteorologen mit Schneemengen von bis zu 50 Zentimetern, weshalb die Behörden Autofahrern eindringlich raten, am Mittwoch nicht unterwegs zu sein.
Abschnitte der isländischen Ringstraße sind bereits gesperrt.
Schottland und die Färöer-Inseln bekommen kräftige Sturmböen zu spüren.
Die Warnstufe Orange gilt ausschließlich für den isländischen Nordwesten.
Die stärksten Böen treten auf dem offenen Atlantik auf, nicht über Mitteleuropa.
Warum Autofahrer in Österreich und Deutschland vorerst aufatmen können
Deutschland ist nach aktuellem Stand vorerst nicht betroffen, weil das System weit im Norden verbleibt. Zu Österreich liegen keine eigenen Angaben vor, das Sturmzentrum liegt derzeit deutlich außerhalb der Zugbahn, die üblicherweise den Alpenraum erreicht. Wer in Österreich mit dem Auto unterwegs ist oder pendelt, muss sich nach aktuellem Stand nicht auf den Bombenzyklon selbst einstellen.
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